Radio Basilisk kommt wieder in Basler Hände. Am Montag wurde bekannt, dass der Basler Medienunternehmer Martin Wagner den Sender vom Zürcher Medienhaus Tamedia erwirbt ( "persoenlich.com" berichtete). Mit Roger Köppel als Verwaltungsrat bleibt indessen mindestens ein Zürcher der Basler Radiostation erhalten. Doch noch bevor der Weltwoche-Verleger das Mandat angetreten hat, geben bereits erste Stimmen ihrer Befürchtung Ausdruck, auch Radio Basilisk könnte auf einen ähnlich strammen Rechtskurs wie die Weltwoche einschwenken.
So sieht die Mediengewerkschaft SSM bereits die publizistisch unabhängige Ausrichtung von Radio Basilisk und seiner Redaktion gefährdet: "Nach den Erfahrungen bei der Weltwoche ist zu befürchten, dass Roger Köppel Radio Basilisk politisch usurpiert und das Basler Radio ebenfalls auf einen SVP-nahen Kurs trimmen will", warnt das Syndikat. Um die völlige publizistischen Unabhängigkeit der Redaktion zu garantieren, müsse die journalistische Unabhängigkeit der Redaktion in einem Redaktionsstatut festgeschrieben werden, lautet die Forderung.
Doch auch bei Radio Basilisk selber scheint zumindest anfänglich ein gewisses Unbehagen gegenüber der Person Köppel vorhanden gewesen zu sein: Basilisk-Programmleiter Raphael Suter stellte Besitzer Martin Wagner als erstes die Frage, ob der Sender nun wie die Weltwoche zum SVP-Sprachrohr werde. "Er hat mir versichert, dass es nicht so sein wird", erklärt Suter im Interview mit der BaZ. Suter erhofft sich Inputs von Köppel, je nachdem müsse er einfach die besseren Argumente vorbringen. "Wenn Roger Köppel ein SVP-Radio gewollt hätte, wäre er nicht nach Basel gekommen, sondern hätte sich in Zürich etwas gesucht."
Köppel selber fasziniert nach eigenenen Aussagen am Medium Radio vor allem das Publizistische. "Ich möchte keine Ferndiagnosen und Empfehlungen abgeben, aber ich werde mein Wissen und meine Leidenschaft als breit interessierter Journalist einbringen", erklärt er auf Anfrage von "persoenlich.com". Den Befürchtungen des SSM hält Köppel entgegen, er sei "ein unabhängiger Unternehmer und Journalist ausserhalb des Mainstreams". Aus dem Umstand, dass jüngst sogar SP-Bundesrat Leuenberger aus einem Weltwoche-Cover eine Autogrammkarte gemacht hat, leitet er ab: "Der Verband ist nicht auf dem neusten Forschungsstand."

