28.05.2024

Nebelspalter

Mit dem Businessplan auf Kurs

Markus Somms Satirezeitschrift will schwarze Zahlen schreiben. Zwei Newsletter-Formate werden kostenpflichtig.
Nebelspalter: Mit dem Businessplan auf Kurs
Sein Newsletter «Somms Memo» erreicht mehr als 13'000 Abonnenten: Nebelspalter Verleger und Chefredaktor Markus Somm. (Bild: zVg)

Nachdem der Nebelspalter 2021 einen Verlust von 2,49 Millionen Franken und 2022 einen Verlust von 1,64 Millionen Franken schrieb, belief sich das Defizit im Geschäftsjahr 2023 noch auf 612'000 Franken (alle Zahlen nach Abschreibungen), heisst es in einer Mitteilung.

«Unser Ziel ist klar: Für 2024 wollen wir den Break-Even erreichen», wird Verleger und Chefredaktor Markus Somm zitiert. In einem kompetitiven Umfeld sei es gelungen, die eigenständige Finanzierung des Nebelspalters durch zusätzliche Werbepartnerschaften, Aboerträge und Eventeinnahmen voranzubringen und den Nebelspalter mit seiner klar liberalen Haltung im Schweizerischen Medienmarkt zu positionieren.

Den Nebelspalter gibt es in verschiedener Ausführung – als klassische Print-Ausgabe (verbreitete Auflage: 18'000 Exemplare), als digitale Newsplattform nebelspalter.ch, aber auch als Video-Format «Feusi Fédéral» oder in den beiden Podcast-Varianten «Nebelspalterinnen» und «Bern einfach». Mit durchschnittlich 150'000 Downloads pro Monat hat sich «Bern einfach» zu einem Zugpferd mit hohem Beliebtheitsgrad entwickelt.

«Was der Nebelspalter schreibt oder im ‹Bern einfach› kommentiert, hat Gewicht», sagt Markus Somm. Die Nebelspalter-Redaktion umfasst inklusive Administration 14 Festangestellte (insgesamt 870 Stellenprozente) und eine Reihe von freischahenden Mitarbeitern. Die Zahl der Bezahl-Abos beläuft sich auf rund 13'000 (Online, Print und Kombi).

Newsletter werden kostenpflichtig

Um Bekanntheitsgrad, Relevanz und Wirtschaftlichkeit zu steigern, hat der Nebelspalter in den letzten Monaten eine Reihe von Massnahmen ergriffen. Dazu gehörte insbesondere eine von Grund auf neue Webseite, die den digitalen Auftritt für Leserschaft und Werbekunden attraktiver macht und zudem der Redaktion mehr Gestaltungsspielraum ermöglicht.

Eine wesentliche Anpassung erfolgt nächste Woche: So werden die beiden stark nachgefragten und bislang kostenlosen Newsletter-Angebote «Somms Memo» und «Bundeshaus-Briefing» in Teilen kostenpflichtig. Eine «Light-Version» bleibt zwar wie bis anhin gratis, für das vollständige «Somms Memo plus» respektive «Bundeshaus-Briefing plus» ist aber künftig ein Nebelspalter-Abo erforderlich.

Beide Newsletter-Formate haben sich erfreulich entwickelt. «Somms Memo» zählt inzwischen 13'800 Abonnenten, das wöchentliche Bundeshaus-Briefing des stellvertredenden Chefredaktors Dominik Feusi 12'000 Abonnenten. «Mit diesen Werten sind wir sehr zufrieden. Nun ist es wichtig, dass wir als nächsten Schritt die Newsletter-Angebote des Nebelspalters besser in Abos zu übertragen», sagt Markus Somm. Zu den Anpassungen gehört auch, dass «Somms Memo» neu morgens um 6 Uhr und nicht mehr kurz vor 12 Uhr mittags erscheint.

Konzept und Layout angepasst

Mit der Einführung von «Somms Memo plus» und «Bundeshaus-Briefing plus» profitieren die Online-Abonnenten ab sofort von der Zusatzleistung, nun auch das E-Paper des Nebelspalter Magazins herunterladen zu können. Diese Option galt bisher ausschliesslich für Print- und Kombi-Abonnenten.

Beim Nebelspalter Magazin wurden zuletzt Anpassungen beim Konzept und Layout vorgenommen. Den Karikaturen – dem unschlagbaren Alleinstellungsmerkmal des «Nebi» – wird deutlich mehr Platz eingeräumt. Zudem finden vermehrt Texte zu aktuellen Themen Eingang ins Heft. Die Gliederung von Text und Bild ist strukturierter geworden.

«2025 feiert der Nebelspalter sein 150-jähriges Jubiläum. Es handelt sich damit um die älteste Satirezeitschrift der Welt. Die Vorbereitungen sind im Gange, wir freuen uns auf ein grosses Fest», sagt Markus Somm. (pd/spo)


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KOMMENTARE

Urs Hirs
10.06.2024 16:12 Uhr
Ich würde mir als Nebelspalter-Abonnement mehr Satire & weniger Somm wünschen. Dieses 'SVP-Denken' empfinde ich im obigen Medium zu stark vertreten.

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