Die Irritation bei einigen Lesern des "Blick am Abend" vom 3. Mai, dem Tag der Pressefreiheit, war gross. Die Autorenzeilen aller Journalisten wurden im Layout mit einem fetten schwarzen Balken verdeckt. Die Idee dazu hatte Werber Frank Bodin. "Den Lesern sollte bewusst werden, dass Meinungsfreiheit nicht selbstverständlich ist. Die Zensur erinnerte daran", sagt er.

In der Blick am Abend-Redaktion erkundigte sich am Donnerstagabend die besorgte Mutter eines Redaktors und wollte wissen, warum der Name ihres Sohns geschwärzt war, ob man mit ihm nicht zufrieden sei. "Auch eine der drei Druckereien rief bei uns in Zürich an und wies auf unzählige Fehler hin", sagt Chef vom Dienst Balz Rigendinger. "Sie fragten, ob sie den Druck abbrechen müssten." Zudem hätten einige Redaktoren zunächst an einen Fehler - oder gar an böse Absicht - geglaubt. Auf der letzten Seite wurde das Rätsel gelöst. Erstmals in der Geschichte der Pendlerzeitung erschien darum die Kolumne von Helmut-Maria Glogger nicht. Glogger: "Ausgerechnet ich, wo ich doch soviel von der Pressefreiheit halte." In der Freitagsausgabe klärte "Blick am Abend" die Leser nochmals über den Sinn der Aktion auf. (pd)

