06.05.2026

TeleBielingue

Mitarbeitende fordern Sozialplan

Nach der Ankündigung ihrer Massenentlassung fordern die Mitarbeitenden von TeleBielingue die Geschäftsleitung auf, Transparenz zu zeigen, und verlangen Verhandlungen über einen Sozialplan. Die Geschäftsleitung weist die Vorwürfe des Personals zurück und will sich nach dem Konzessionsverlust auf das Projekt TeleBielingue 2.0 konzentrieren.
TeleBielingue: Mitarbeitende fordern Sozialplan
Mitarbeitende des Regionalsenders TeleBielingue forderten am Mittwoch von ihrem Arbeitgeber einen Sozialplan und eine gerechte Behandlung. (Bild: Keystone/Alessandro della Valle)

Die Mitarbeitenden von TeleBielingue haben am Mittwoch vor ihrem Arbeitsort, dem Communication Center in Biel, eine öffentliche Aktion durchgeführt. Sie wollten ihrer Geschäftsleitung eine von fast allen Mitarbeitenden unterzeichnete Petition übergeben, doch diese lehnte die Einladung ab. Die Petition wurde daher in ihrem Büro deponiert.

«Es fehlt an Transparenz seitens der Geschäftsleitung in diesem ganzen Prozess», erklärte Claudia Nuara, Sprecherin der TeleBielingue-Mitarbeitenden, gegenüber Keystone-SDA. «Wir möchten mit mehr Respekt behandelt werden und mehr Zeit für die berufliche Neuorientierung erhalten.» Für die Journalistin ist der menschliche Umgang mit dieser Krise nicht tolerierbar.

Claudia Nuara betont die Solidarität, die unter den Mitarbeitenden herrscht. «Wir sind voneinander abhängig, wir stützen uns gegenseitig, um vorwärtszukommen.» Sie hebt hervor, dass die Leute in dieser unsicheren Situation weiterhin arbeiten. Das Personal erwartet bis zum 10. Mai eine Antwort auf seine Forderungen.

Die rund 40 Mitarbeitenden von TeleBielingue erfuhren Anfang April von ihrer Entlassung, nachdem der Regionalsender, der zur Gassmann Media-Gruppe gehört, seine Konzession verloren hatte (persoenlich.com berichtete). Heute beklagen sie, noch immer keinen Sozialplan zu haben, obwohl der Sender seine Ausstrahlung in der bisherigen Form im Juli einstellen wird.

TeleBielingue 2.0

Parallel dazu hat die Geschäftsleitung letzte Woche angekündigt, ein Projekt namens TeleBielingue 2.0 zu lancieren. Dieser Sender, dessen Konturen noch nicht bekannt gegeben wurden, würde mit weniger Personal – maximal 17 Stellen – und ohne die Konzessionsgelder von 3,7 Millionen Franken pro Jahr betrieben, die an Canal B gehen.

«Dieses Vorgehen geschieht in nahezu völliger Intransparenz und erzeugt ein tiefes Gefühl von Unbehagen und Ungerechtigkeit bei den TeleBielingue-Mitarbeitenden», beklagt die Personaldelegation in einer Mitteilung, die von Syndicom unterstützt wird.

Haltung der Gassmann-Gruppe

In einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme weist die Gassmann-Gruppe den Vorwurf mangelnder Information als unbegründet zurück. Sie betont, dass die Personalkommission in die Gespräche über die Zukunft des Senders einbezogen worden sei.

«Im Verlauf des Konsultationsverfahrens haben wir entschieden, uns auf die Beiträge und Vorschläge des Personals zu stützen, um die neuen Formate von TeleBielingue 2.0 zu erarbeiten», hält die Geschäftsleitung in einer Mitteilung fest.

Dieser Entscheid, die Tätigkeit von TeleBielingue in anderer Form weiterzuführen, sei in den Einzelgesprächen mit den Mitarbeitenden dargelegt worden. Er sei auch im Abschlussbericht zum Konsultationsverfahren vom 27. April 2026 festgehalten, so die Geschäftsleitung weiter.

Was TeleBielingue 2.0 betrifft, betont die Geschäftsleitung durch CEO Christian Bärenfaller, dass die vertrauliche Führung dieser Auswahlprozesse kein Ausdruck von Geheimhaltung sei, sondern der gebotenen beruflichen Diskretion und dem Schutz der Privatsphäre entspreche.

Kein Sozialplan

Ein Sozialplan sei gesetzlich nicht vorgesehen, betont die Geschäftsleitung, und wirtschaftlich auch nicht realisierbar, wenn das Unternehmen den 17 Mitarbeitenden, die zu TeleBielingue 2.0 stossen sollen, eine Perspektive bieten wolle.

Insgesamt seien am 1. Mai 41 Kündigungen ausgesprochen worden, so Claudia Nuara. Die Entlassung von Programmleiterin Chrystel Breuer habe beim Personal von TeleBielingue besondere Empörung ausgelöst, so die Mitarbeitervertreterin – und es hätten auch weitere Personen das Unternehmen verlassen. (sda/cbe)


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