04.10.2007

Ständerat

Motion gegen Cablecom-Praxis

Nein zur Verschlüsselung von Gratissendern.

Der Kabelnetzbetreiber Cablecom soll nicht mehr Geld mit Fernsehkanälen verdienen, die er gratis aus dem Äther bezieht und verschlüsselt. Der Ständerat hat am Donnerstag mit 24 zu 9 Stimmen eine Motion von Simonetta Sommaruga (SP/BE) gutgeheissen.

Die Verschlüsselung von freien Fernsehkanälen aus dem In- und Ausland, wie sie Cablecom betreibe, sei wettbewerblich skandalös und medienpolitisch unerwünscht, sagte Sommaruga. Sie zwinge die Kundschaft, die Set-Top-Box bei Cablecom zu beziehen. Das sei eine unstatthafte Kundenbindung.

Bundesrat Moritz Leuenberger wandte ein, ein Verbot der Grundverschlüsselung allein schüfe keine Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten. Zunächst müssten technische Standards für die Betriebsysteme definiert werden. Doch international habe sich noch kein Standard durchgesetzt.

Eine Insellösung Schweiz hätte zur Folge, dass die Produktionskosten für die Set-Top-Boxen viel zu hoch zu stehen kämen, sagte Leuenberger. Zudem lägen die Preise wegen des Wettbewerbs und dem Druck des Preisüberwachers heute kaum über den Selbstkosten. (sda)


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