19.08.2022

SRG

Nein-Komitee kritisiert Umfrage zur AHV-Reform

Die Umfrage ignoriere das Hauptargument des Nein-Lagers, moniert das Referendumskomitee gegen die AHV 21. Das Institut, das die SRG-Umfragen durchführt, will nichts davon wissen.
SRG: Nein-Komitee kritisiert Umfrage zur AHV-Reform
Das Nein-Komitee bei der Übergabe der Unterschriften für das Referendum gegen die AHV-Reform in Bern im März 2022. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Die Gegnerinnen und Gegner der AHV-Reform haben Kritik an der jüngsten Umfrage im Auftrag der SRG zu den Abstimmungen am 25. September geübt. Das mit der Erhebung betraute Forschungsinstitut weist die Vorwürfe zurück.

In der Umfrage werde das Hauptargument des Nein-Lagers nicht erwähnt, schrieb das Referendumskomitee gegen die AHV 21 am Freitag in einem Communiqué. Dieses laute, dass Frauen heute im Durchschnitt einen Drittel weniger Rente erhielten und ihnen mit der Reform die Rente gekürzt werde.

Das Komitee verwies in diesem Zusammenhang auf eine vergangene Woche publizierte Abstimmungsumfrage des Medienhauses Tamedia und von 20 Minuten. Dort sei das Argument abgefragt worden - und die Unterstützung für die Erhöhung des Frauenrentenalters mit 53 Prozent geringer ausgefallen als in der Erhebung im Auftrag der SRG. Letztere wurde am Freitag veröffentlicht. Sie zeigte eine Zustimmung von 64 Prozent.

Das Institut GFS Bern, das die SRG-Umfragen durchführt, betonte in einer Stellungnahme, man frage immer zuerst nach den Stimmabsichten, bevor man auf Argumente eingehe. Damit beeinflusse die Auswahl der entscheidenden Argumente das Resultat der Umfrage nicht, schrieb der Politologe Lukas Golder auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Zwei von acht Argumenten, nach denen sein Institut bei den beiden AHV-Vorlagen gefragt habe, beträfen die Frauenfrage, so Golder weiter. Dass diese im Zentrum der Debatte stehe, bringe man deutlich zum Ausdruck. Namentlich habe das Institut explizit danach gefragt, ob für die Befragten die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern beim Stimmentscheid eine Rolle spielten. Auf diese Weise habe man die linke Argumentation zur Debatte gestellt. (sda/mj)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen