23.05.2024

Recherche

Netzwerk Correctiv startet in der Schweiz

Zusammen mit Journalistinnen und Journalisten will das Correctiv.Schweiz die Situation im Lokaljournalismus verbessern.

Seit 2022 ist Correctiv mit seiner Tochtergesellschaft in der Schweiz aktiv. Gemeinsam etwa mit dem Beobachter, der Republik, Bajour oder Surprise hat das gemeinnützige Recherchenetzwerk Recherchen zur schwierigen Lage von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern, zu den Hintergründen von Abrissen in Schweizer Städten oder zu Gefahren auf dem Schulweg veröffentlicht.

Nun gründet das Netzwerk Correctiv.Schweiz. Gemeinsam mit lokal arbeitenden Journalistinnen und Journalisten aus dem ganzen Land will das Netzwerk die Situation im Lokaljournalismus verbessern, heisst es in einer Mitteilung. Geschäftsführer von Correctiv in der Schweiz ist Marc Engelhardt. 

Dafür stellt Correctiv.Schweiz Daten, Material oder publikationsreife Geschichten zur Verfügung, die vor Ort mit wenig Aufwand vertieft werden können. Wir teilen Grafiken, Dokumente oder Statements von Expertinnen und Experten. Mitglieder können vorbereitete Geschichten veröffentlichen, Informationen für einen eigenen Text nutzen oder weiter recherchieren. Gleichzeitig fördert das Netzwerk den Austausch zwischen Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten aus verschiedenen Regionen und bietet Weiterbildungen an. Das gemeinsame Ziel: Gerade denjenigen, die unter grossem Zeitdruck aus den Regionen berichten, weiterhin eine kritische und unabhängige Berichterstattung ermöglichen.

Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenlos. Mitglied kann jede und jeder werden, unabhängig davon, ob man frei oder fest angestellt für ein Medium arbeitet oder gerade selbst dabei ist, ein lokales Medium aufzubauen.

Warum gibt es Correctiv.Schweiz? Weil immer mehr Lokalredaktionen in der Schweiz fusionieren oder ganz schliessen müssen, heisst es in der Mitteilung weiter. Durch sinkende Werbeeinnahmen, weniger Zeitungs- oder Abo-Verkäufe steige zudem der Produktionsdruck auf den Redaktionen. Darunter würde die Medienvielfalt, die journalistische Qualität und schliesslich die Demokratie leiden.

Erstmals vorgestellt wird das Netzwerk Correctiv.Schweiz an Freitag zeitgleich beim SwissMediaForum in Luzern, der Jahresversammlung von investigativ.ch und dem True Story Festival in Bern. (pd/wid)



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