Die neue Gratiszeitung ".ch" erscheint erstmals am 19. September 2007. Sie wird in den Agglomerationen Zürich, Basel, Bern, Luzern und St. Gallen direkt nach Hause geliefert. Hinter dem Blatt steht Ex-"Blick"-Chefredakor Sacha Wigdorovits. ".ch" erscheint jeweils morgens von Montag bis Freitag mit einer Startauflage von 425'000 Exemplaren, wie es in einer Mitteilung des Gründers Sacha Wigdorovits vom Sonntag heisst. Das Blatt wird im Tabloid-Format gedruckt.
Neben Nachrichten und Sport dominieren Service und Lifestyle den Inhalt des Blatts. ".ch" verzichte auf redaktionelle Kommentare und sei politisch neutral, heisst es weiter. Zum Konzept gehörten indes regelmässige Kolumnen von "externen Fachleuten". In der Mitteilung werden Personen wie der Fussballer Alain Sutter, Schauspieler Stefan Gubser oder Avenir-Suisse-Direktor Thomas Held genannt.
Kampfansage an 20 Minuten
Wigdorivits drängt mit ".ch" auf den Morgenmarkt der Gratiszeitungen und konkurrenziert 20 Minuten. Anders als die vom Zürcher Medienhaus Tamedia herausgebene Pendlerzeitung wird ".ch" nach Hause geliefert. Gemäss Wigdorovits sind dafür 35'000 Zeitungsständer bereitgestellt, die in den Eingangsbereichen von Liegenschaften aufgestellt werden sollen. 70 Prozent sollen über diesen Distributionskanal an die Leserinnen und Leser gebracht werden. Die anderen 30 Prozent der Auflage werden von Kolporteuren verteilt und in Boxen bei Bahnhöfen und weiteren Haltestellen des öffentlichen Verkehrs deponiert.
In der Redaktion in Zürich-Oerlikon werden 38 Journalisten arbeiten. Chefredaktor ist Rolf Leeb, der früher das Wirtschaftsressort der Neuen Luzerner Zeitung leitete. Sein Stellvertreter ist Marcel Siegenthaler, der in verschiedenen leitenden Funktionen beim Blick tätig war. 17 weitere Personen werden im neu gegründeten Verlag eingestellt. Ihm steht Caroline Thoma vor. Gedruckt wird ".ch" an drei Orten: im Voralberger Medienhaus bei Bregenz, in der Druckerei Zehnder bei Wil SG und bei ztprint in Zofingen.
Wigdorovits ist überzeugt, dass es Platz für eine zweite morgendliche Gratiszeitung hat, wie er in einem Interview mit der "NZZ am Sonntag" sagte. "Mit der Hauszustellung sind wir früher bei den Kunden als 20 Minuten", sagte der Ex-Blick-Chefredaktor weiter. Um 7 Uhr sollte der Lesende im Besitz des Blattes sein. Es bestehe ein Bedürfnis für die wichtigsten Informationen aus dem Tagesgeschehen. ".ch" wolle diese kompetent vermitteln, sagte der Zeitungsmacher weiter. Die Gratiszeitung richte sich in erster Linie an 19- bis 59-Jährige mit urbanem Hintergrund. "Wir wollen uns als Qualitätszeitung klar oberhalb von '20 Minuten' und 'Blick' positionieren", sagte Wigdorovits.

