08.11.2018

Liquidation der TagesWoche

Neues Medienprodukt für Basel geplant

Der Geist der TaWo soll weiterleben, heisst es in einem Brief an die Abonnenten. Am Konzept werde schon lange gearbeitet. Offenbar steht bereits ein Businessplan.
Liquidation der TagesWoche: Neues Medienprodukt für Basel geplant
Der Stiftungsrat der Stiftung für Medienvielfalt hat entschieden, die «TagesWoche» einzustellen. Wann kommt das Nachfolgeprojekt? (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

Die Basler «TagesWoche» stellt ihren Betrieb ein. Am 16. November erscheint die letzte Ausgabe (persoenlich.com berichtete). Nun heisst es in einem Brief an die Leser: «Wir möchten Sie gewinnen für etwas Neues: Nächstes Jahr wird ein neues Basler Medienprodukt lanciert», schreibt Geschäftsführerin Sibylle Schürch. Darin soll der Geist der «TagesWoche» weiterleben.

Offenbar werde schon seit Wochen an einem Konzept für ein neues Medium gearbeitet. «Die Stiftung für Medienvielfalt musste die Zeitung sterben lassen, um den Weg für etwas Neues freizumachen, das noch keinen Namen hat und finanziell breiter aufgestellt sein wird», schreibt die WOZ (Artikel kostenpflichtig). Offenbar soll bereits eine Million Franken dafür zur Verfügung stehen. Stiftungsrat Andreas Miescher habe durchblicken lassen, dass manche Mitarbeiter der TaWo auch dem neuen Projekt Pate stehen würden, heisst es in der «bz Basel».

Laut dem Brief von Schürch soll es sich beim Projekt um ein Printprodukt handeln: «Das, was Sie an unserer Arbeit geschätzt haben, soll wieder regelmässig in Ihrem Briefkasten liegen.» In einem persoenlich.com-Interview beschrieb Schürch die Gemütslage beim Team: «Die Stimmung ist professionell. Trotzdem sind wir frustriert und traurig, haben auch Angst, weil wir nicht wissen was kommt.» (cbe)



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Kommentare

  • René Zeyer, 08.11.2018 14:40 Uhr
    Ach nein, noch eine Million verrösten? Oder einfach die Abonnenten beruhigen, die bislang wenig, ab nächster Woche gar nichts mehr für ihr bezahltes Abo kriegen? Und wie steht es mit schon gebuchten Inseraten, bspw. in der geplanten «Grossauflage» am 30. 11. hätte eine Seite bis zu 4900 Franken gekostet, was nun zur Luftnummer wurde. Und nehmen wir mal an, dass die Zahl von rund 3000 Abonnenten stimmt. da hängt also rund eine halbe Million an Abofranken in der Luft. Bei diesen Zahlen wäre es doch kostengünstiger, auf Facebook und mit Twitter diese wenigen harten Fans zu bespassen.
  • Robert Weingart , 08.11.2018 15:26 Uhr
    @Zeyer: warum so aggressiv? Was die Inserenten und Abonnenten betrifft, mag ihre Kritik zutreffend sein. Was haben Sie aber in Ihrem Leben schon auf die Beine gestellt, was Sie berechtigt, ein neues Projekt derart in die Pfanne zu hauen? Zunächst ist in diesen harten Zeiten für den Journalismus in der Schweiz jedes Projekt eine positive Nachricht. Da braucht es diesen Zynismus von Ihnen wohl kaum.
  • René Zeyer, 08.11.2018 16:43 Uhr
    Ich frage nicht zurück, was Sie denn auf die Beine gestellt haben, um mich zu kritisieren. Das ist ja kindisch. Aber zu Ihrer ersten Frage: Ich bin aggressiv, weil ich sauer bin. Ich bin sauer, weil hier mit sagenhafter Inkompetenz Abermillionen sinnlos verröstet wurden. Intrigen, häufiger Wechsel in der Chefetage, primitiv getürkte Auflagenzahlen, mit grossem Gehabe inhaltlich Irrelevantes ins Netz gestellt, für ein Nischenpublikum. Das zwar vollmundig ankündigte, dass nach dem Ankauf der heruntergewirtschafteten BaZ Basel «gerettet» werden müsse, aber die reiche Erbin finanziell zu begleiten, das ging dann den Rettern doch zu weit. Und dieses Trauerspiel fortsetzen, das ist für Sie eine positive Nachricht? Abonnenten und Inserenten in die Röhre schauen lassen, 30 Nasen auf die Strasse stellen, aber dann weitermachen? Also wirklich, wenn Unfähigkeit brüllen würde, bräuchte man in der Nähe der TagesWoche einen guten Gehörschutz.
  • Robert Weingart , 08.11.2018 17:33 Uhr
    Wenn nur einer dieser 30 Leute dadurch eine Arbeitsstelle erhält, ist das eine positive Nachricht. Wenn ich Ihren Werdegang anschaue, dann habe ich die Vermutung , dass sie nie Existenzängste haben müssten wie jetzt vermutlich diese Journalisten. Es gibt in der Schweiz noch zu viele Medienleute der alten Garde, die noch Nutzniesser des Systems sind und von denen profitieren, die noch nicht gemerkt haben, dass der Wind gedreht hat.
  • René Zeyer, 08.11.2018 18:01 Uhr
    Sie wollen weiter auf den Mann spielen? Weil Sie sonst keine Argumente haben? Verständlich, aber auch das muss man können. Ich bin seit vielen Jahren ein Kleinstunternehmer. Wenn's bei mir nicht läuft, dann sind tatsächlich Existenzängste angesagt. Und kein grosszügiger Sozialplan, kein Gang aufs RAV, keine ordentliche Kündigung, keine Lohnfortzahlung. Also bevor Sie Nonsens verbreiten, informieren Sie sich erst mal richtig.
  • Robert Weingart , 08.11.2018 23:51 Uhr
    Ich entschuldige mich. Hut ab vor Ihrer Selbstständigkeit. Viel Glück weiterhin. Jetzt ist mir auch klar, warum Sie so frustriert sind und derart austeilen.

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