Die Schweiz erhält ein neues digitales Finanzmedium. «The Market» soll im Frühjahr 2019 an den Start gehen. Initiator, Miteigentümer und Geschäftsführer ist Mark Dittli, noch bis Februar 2019 Wirtschaftsautor bei der «Republik». Am Aufbau des «digitalen Qualitätsmediums für Investoren» beteiligt sich auch die NZZ-Mediengruppe, wie diese am späten Donnerstagnachmittag mitteilte.
An Investoren und Kapitalmarktteilnehmer gerichtet
Laut Mitteilung widme sich «The Market» dem Geschehen an den globalen Finanzmärkten und richte sich spezifisch an professionelle Investoren im deutschsprachigen Raum. «The Market» liefere unabhängige Analysen, konkrete Anlageideen und Denkanstösse zu einzelnen Unternehmen, Branchen, Trends sowie makroökonomischen Themen mit einem globalen Fokus.
«Es gibt rund um das Thema Finanzmärkte zwar diverse News-Quellen, aber nur wenige Anbieter, die exklusiv auf Analyse und sorgfältig recherchierten Hintergrund setzen», sagte Dittli am Donnerstagabend auf Anfrage von persoenlich.com. «Wir werden keine weitere Lärmquelle sein, sondern unseren Leserinnen und Lesern Einordnung bieten, wichtige Trends beleuchten und immer wieder auch die vorherrschende ‹Marktmeinung› hinterfragen.»
Das achtköpfige Team hinter dem neuen Medium «The Market» besteht laut Mitteilung aus sechs Schweizer Wirtschaftsjournalisten, einem Produktmanager und einem Verkaufsspezialisten mit langjähriger Erfahrung. «Eine Redaktionsposition ist im Moment noch vakant, das heisst das Gründerteam besteht derzeit aus sieben Personen», so Dittli. Die Namen könne er momentan noch nicht verraten. Die Redaktion von «The Market» werde ihr Büro voraussichtlich im Kreis 3 in Zürich haben.
50 Prozent der Einnahmen aus Abos
Das Geschäftsmodell von «The Market» basiert primär auf Abonnements. «Wir werden mit einer harten Paywall arbeiten. Werbung spielt im Einnahmenmodell eine untergeordnete Rolle», sagte der 43-Jährige. Deutlich mehr als 50 Prozent der Einnahmen sollen aus Abos stammen.
Das siebenköpfige Gründerteam hält zusammen 60 Prozent der Aktien, die NZZ-Mediengruppe 40 Prozent. «Die sieben Gründer gehen selbst unternehmerisch ins Risiko, jeder von uns investiert einen substanziellen Frankenbetrag ins Unternehmen. Es gibt keine weiteren Investoren und keine versteckten Geldgeber», versicherte Dittli. Die Aktiengesellschaft sei momentan in Gründung. Verwaltungsratspräsident wird Dittli, Vizepräsident Felix Graf, der CEO der NZZ-Gruppe.
Mit der Beteiligung erweitere die NZZ-Mediengruppe die bestehende Wirtschaftsberichterstattung der NZZ-Medien um ein Produkt, das die spezifischen Bedürfnisse von Investoren im Fokus habe, heisst es in der Mitteilung. Auf die Kooperation freut man sich an der Zürcher Falkenstrasse offensichtlich: «Das Gründerteam, das umfassende Kenntnisse der Märkte und der Zielgruppe mitbringt, und die NZZ-Mediengruppe, die ihre Expertise in den Bereichen Produktentwicklung, Marketing und Technologie in die Partnerschaft einbringt, ergänzen sich optimal.»
Dittli arbeitete rund 17 Jahre für die «Finanz und Wirtschaft». Von 2012 bis 2017 war er deren Chefredaktor. Im Januar 2018 startete er in einem Teilzeitpensum bei der «Republik». In der übrigen Zeit entwickle er «eigene Projekte», hiess es damals (persoenlich.com berichtete). Nun ist also klar, was damit gemeint war.