23.10.2002

"Eugens 2002"

NZZ-Folio, 24 Heures und SF DRS ausgezeichnet

Die Journalistenpreise der Bedag Informatik sind mit insgesamt 20'000 Franken dotiert.

Das Berner Unternehmen Bedag Informatik verleiht am Donnerstag in Bern zum elften Mal die "Eugens" an Schweizer Journalisten. Die Medienpreise bezwecken die Förderung und Unterstützung von allgemeinverständlichen journalistischen Arbeiten im Bereich der Informatik. Ausgezeichnet werden dieses Jahr Arbeiten von Reto Schneider (NZZ Folio), Elisabeth Nicoud (24 Heures) und David Jans ("Menschen, Technik, Wissenschaft" - Schweizer Fernsehen DRS). Die Preise sind mit total 20'000 Franken dotiert.

Enorme Menge von Informationen auf kleinstem Raum

In seinem Artikel "Eine Revolution aus O und 1. Was bedeutet digital? - Über die grosse Karriere der kleinsten Informationseinheit" breitet Reto Schneider im NZZ-Folio auf kleinstem Raum eine enorme Menge von Informationen aus. Er beleuchtet die Digitalisierung von der Lenkung einer Rakete über Melkanlagen in Kuhställen bis zur Stereoanlage im Wohnzimmer. Kaum ein wichtiger Aspekt bleibt unerwähnt, nicht einmal die komplizierte Umformung analoger in digitale Signale via die Abtastung von "Schallgebirgen" (sprich Sinuskurven). Und das alles bei einer luziden Einfachheit der Sprache. Der Lesegenuss bleibt vom Anfang bis zum Ende gewährt.

Informatik-Berufe in unerwarteten Umgebungen

Elisabeth Nicoud von 24 Heures wird für drei Artikel ausgezeichnet, deren originelle Themen in verschiedenen journalistischen Stilen abgehandelt werden. Deren Qualität ist umso bemerkenswerter, weil die Artikel für eine Tageszeitung geschrieben wurden, wo der Zeitdruck meist grösser ist als bei Zeitschriften. Mit der Reportage aus einem Kloster in St. Gallen zeigt Nicoud, wie die Informatik auch in unerwarteten Umgebungen neue Berufe schafft. Zu würdigen ist ihre stilistische Qualität, aber auch ihre redaktionelle Wahl. Sie erzählt den Romands über eine ganze Seite eine Geschichte, die am anderen Ende der Schweiz spielt. Auch das zweite Thema, die Austrahlung von Werbespots im Internet, ist in keiner Weise banal. Die Journalistin beschreibt das Drehbuch lebendig und präzise. Zudem kommentiert und erklärt sie dieses neue Phänomen, indem sie nicht nur die betreffenden Markenvertreter, sondern auch Experten interviewt. Ihr Bericht über die bevorstehende Markteinführung von Windows XP — für eine Zeitung ein Routine-Thema — beinhaltet viel mehr als eine einfache Vorschau. Elisabeth Nicoud integriert eine Menge praktischer Informationen wie Updates oder Preise. In ihrem Artikel rollt sie aber auch die Probleme von Microsoft mit der Justiz wieder auf.

Zweifaches Lob für TV-Beitrag


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