Radio 3Fach kassiert einen Rüffel von der Ombudsstelle der privaten Radio- und Fernsehveranstalter. Der Luzerner Jugendsender machte sich in einem satirischen Videobeitrag über das Coronavirus lustig (persoenlich.com berichtete).
Obwohl für die Beurteilung des YouTube-Videos gar nicht zuständig, lässt es sich Ombudsmann Oliver Sidler nicht nehmen, seine Sicht dennoch darzulegen: «Geschmacklos und deplatziert». Es hätte sicherlich andere Möglichkeiten gegeben, die Corona-Pandemie mit einem Augenzwinkern auch von der satirischen Seite aus zu betrachten. «Eine Anleitung zur Ansteckung mit dem Virus, auch wenn sie provokativ und nicht ernst gemeint war, sprengt meines Erachtens den weiten Rahmen der Gestaltungsmöglichkeiten satirischer Beiträge. Ein Hinweis auf die vorgängig desinfizierten Flächen, die abgeschleckt wurden, fehlte gänzlich», so Sidler im Schlussbericht.
Den beanstandeten Radiobeitrag, und nur dafür ist der Ombudsmann zuständig, findet Sidler weniger problematisch. Hier werde offengelegt, dass die von der Reporterin abgeleckten Flächen vorgängig desinfiziert wurden. «Nicht ganz nachvollziehbar ist für mich aber, wie die Redaktion mit den Reaktionen auf das Video umgegangen ist», so Sidler. Im beanstandeten Radiobeitrag werde «von einem Shitstorm gesprochen, der stinke und es werden Wutbürger erwähnt, welche sich zum Video öffentlich äusserten. Lächerlich wurden diejenigen Personen dargestellt, welche sich in diesem Sinne äussersten oder gar mit rechtlichen Konsequenzen drohten».
Der Veranstalter habe es versäumt, «die doch recht heftigen und teilweise auch berechtigten Reaktionen auf das Video» zu analysieren und ihre eigenen Handlungen zu hinterfragen, so Sidler. «Mir fehlte die journalistisch korrekte Auseinandersetzung mit der heftigen Kritik auf das Video und auch eine adäquate Reaktion der Programmmacher auf die heftige Kritik.» Sidler empfiehlt der Programmleitung von Radio 3Fach, den beanstandeten Radiobeitrag nochmals mit ihren Mitarbeitenden zur künftigen Qualitätsverbesserung zu analysieren und zu besprechen. (cbe)