Herr Spoerri, wie ist der Stellenwert des onedotzero-Digitalfilmfestivals?
Das onedotzero kommt aus London und gilt weltweit als das renommierteste, tourende, digitale Filmfestival. Jährlich finden von Peking bis Madrid mehr als 40 Events statt. Allein in London gibt es mehr als 12000 Zuschauer. Jetzt haben wir das grosse Glück, das onedotzero zum ersten Mal in Zürich zu begrüssen!
Wer nimmt daran teil?
Die meisten Arbeiten kommen von Werbe- und Musikvideoclip-Regisseuren sowie Videokünstlern. Aber auch internationale Topstars wie Spike Jonze (Being Malkovich, Adaptation) oder Chris Cunningham (Madonna, Playstation2) feierten mit dem onedotzero ihre ersten Erfolge.
Was sind die aktuellsten Trends?
Der digitale Trend im Spielfilm ist ungebrochen und wird in Zukunft durch neue technische Entwicklungen zusätzlich verstärkt werden. Auch die Vermischung zwischen Videogames, Musik und Film wird noch stärker. Kunst und Kommerz vermischen sich mehr und mehr, und so entsteht ein spannender neuer Kunstmix fern aller Ideologien. Im Livebereich (an Festival oder in Diskotheken) werden Bild- und Musikmischer noch enger zusammenarbeiten. Hier geht es darum, Klänge sichtbar zu machen. Und genau hier leistet das onedotzero einen herausragenden Beitrag: es zeigt die innovativsten Arbeiten aus der digitalen Landschaft.
Welche Rolle spielen die Schweizer Filmer?
Die Schweiz ist für ihre künstlerische Avantgarde bekannt. Trotzdem existiert für junge, talentierte Kreative keine internationale Plattform, um sich inspirieren, präsentieren und auszutauschen zu können. Diesen Beitrag soll das onedotzero leisten.
Wie entwickelt sich der Digitalfilm in den nächsten Jahren?
Rasant. Filme, welche am Computer entstehen, gibt es ja bereits und dieser Trend wird wachsen. Entscheidend ist aber die Story.
(Interview: Matthias Ackeret).
Filmhappening
Während dreier Tage vom 29. Oktober bis 31. Oktober wird in der Zürcher Hochschule für Gestaltung und Kunst ein breit gefächertes Programm gezeigt, dessen Spannbreite von Musikvideos, internationalen Kurzfilmen über neue Computeranimationen bis zu Videogame-Intros und Werbeclips reicht. Zu sehen ist auch das wow+flutter-Programm von Simon Robson. Seine Key-Message: The film is basically a heads up to anyone worried about US imperialism and the Anglo-US chaos being played out in the middle east. Make no mistake, what we are seeing is imperialism, no matter how our media is dressing it up. Its a tough un-apologetic message, but we felt we had to put it across this way. Desperate times need desperate measures

