23.09.2007

Prix Courage

Preise für Lebensretter und Whisleblowerin

Der "Beobachter" zeichnet Menschen mit Zivicourage aus.

Der Prix Courage 2007 der Zeitschrift "Beobachter" geht an Paolo Dibartolo. Der 76-jährige Coiffeur aus Effretikon ZH war im September 2006 einer Frau zu Hilfe geeilt, die von einem Mann mit einem Messer attackiert worden war.

Dibartolo habe von seinem Küchenfenster aus mitbekommen, wie auf der Strasse ein Mann eine Frau mit einem Messer angriff, teilte der "Beobachter" am Freitagabend mit. Er rannte nach draussen, stellte sich vor den Angreifer und forderte ihn mit ruhiger Stimme auf, von der Frau abzulassen. Der Mann gehorchte.

Mit diesem entschlossenen Eingreifen habe Dibartolo "einem Menschen das Leben gerettet und einen anderen davor bewahrt, zum Mörder zu werden", sagte Jury-Präsident Franz Hohler in seiner Laudatio. Dibartolo erhielt einen Check über 25'000 Franken.

Der mit 10'000 Franken dotierte Publikumspreis ging an die Freiburgerin Caroline Kramer. Sie hatte enthüllt, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit Steuergeldern eine Initiative gegen Komplementärmedizin bekämpfen wollte, über die das Parlament zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht entschieden hatte.

Der fragwürdige PR-Auftrag musste darauf gestoppt werden. BAG-Direktor Thomas Zeltner wertete laut "Beobachter" jedoch das Vorgehen der damaligen kaufmännischen Teilzeitangestellten im BAG als Vertrauensbruch und Amtsgeheimnisverletzung; das Arbeitsverhältnis wurde "im gegenseitigen Einvernehmen" aufgelöst.

"Beobachter"-Chefredaktor Balz Hosang kritisierte in seiner Laudatio das Vorgehen der BAG-Verantwortlichen: "Unrecht schien ihnen nicht das demokratiefeindliche Verhalten des eigenen Bundesamts, 'unrecht' war die Indiskretion darüber."

Der Jurypreisträger Paolo Dibartolo.


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