Presse kritisiert die Wahl Cinas

SRG - Der neue SRG-Präsident sieht sich bereits Kritik ausgesetzt. Die SRG wiegelt ab.

Am Freitag wurde bekannt, dass der Walliser CVP-Staatsrat ab 1. Mai 2017 die SRG präsidiert (persoenlich.com berichtete). Die Wahl hatte sich abgezeichnet und wurde bereits zuvor kritisiert. Jetzt, als sie definitiv ist, wird die Kritik wieder aktuell. Die «NZZ am Sonntag» findet es störend, «dass CVP-Politiker Cina von CVP-Politiker Roth vorgeschlagen wurde und auf CVP-Mitglied Baumeler folgt, der sein Amt von CVP-Mitglied Loretan übernahm.» Die fehlende Vielfalt an der SRG-Spitze sei «unverständlich».

Auch die «Schweiz am Sonntag» findet deutliche Worte. Die Wahl Cinas sei ein «Rückfall in die Zeit der politischen Klientelwirtschaft», schreibt sie. Cina fehle es an einem Leistungsausweis im Bereich Medien. Dass Cina das Sprungbrett SRG nutzen möchte, sei ihm nicht zu verübeln. Doch: «Das Bewusstsein, dass ein Sachkundiger an der SRG-Spitze stehen sollte, war schon ausgeprägter.» So sei die Wahl vor allem für Roger De Weck ein Glücksfall, schreibt die Zeitung weiter. «Mit Jean-Michel Cina hat der Generaldirektor einen Präsidenten unter sich, der zwar genug Profilierungsambitionen hat, um sich für die Belange der SRG einzusetzen, aber auf absehbare Zeit nicht genügend Wissen, um inhaltlich eine eigenständige Position zu entwickeln.»

Zumindest in der Diskussion um Cinas Parteizugehörigkeit wiegelt die SRG ab. Auf Anfrage von persoenlich.com teilt SRG-Sprecher Daniel Steiner mit: «Die Parteizugehörigkeit hat bei der Wahl von Jean-Michel Cina keine Rolle gespielt.» Bevor sich Cina zur Strategie der SRG äussere, wolle er sich zuerst einarbeiten. Cina sei jedoch ein «überzeugter Vertreter des Service public», so Steiner. (rr)