04.03.2004

Neues RTVG

Private und nationale Anbieter sind zufrieden

Kritik von Seiten Alkohol-Fachstelle.

Private Anbieter, aber auch die SRG sind mit den Debatten des Nationalrates zum Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) zufrieden. Die Fachstelle für Alkohol kritisiert die Einführung der Alkoholwerbung in privaten Radio- und Fernsehstationen.

Gesundheitspolitische Fragen seien den wirtschaftlichen Überlegungen unterlegen, sagte Janine Messerli, Pressesprecherin der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol und andere Drogenprobleme (SFA) gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die SFA will verhindern, dass diese Werbung während des Tages und vor und nach Kindersendungen ausgestrahlt wird. Sie schliesst nicht aus, dass sie ein allfälliges Referendum unterstützen wird.

Bei den privaten Anbietern und der SRG sind nach dem jetzigen Diskussionsstand im Nationalrat kaum kritische Töne zu hören. Die vielen Kompromisse würden sowohl den privaten als auch der SRG dienen, heisst es etwa bei der SRG. Das revidierte RTVG sei die Voraussetzung für ein starkes Medienangebot in der Schweiz, das auch in Zukunft gegenüber ausländischen Anbietern noch konkurenzfähig sei, sagte SRG- Sprecherin Josefa Haas. "Für uns war zudem wichtig festzustellen, dass die Grundleistung der SRG geschätzt wird."

Starker nationaler und regionaler Service Public

Auch Telesuisse ist mit den bisherigen Beschlüssen des Nationalrats insgesamt zufrieden, wie Filippo Lombardi, Präsident des Verbandes der Schweizer Regionalfernsehen, sagte. "Die Lokalfernsehen werden davon profitieren und können -- ohne täglich um das Überleben zu kämpfen -- ihr Programm verbessern." Laut Lombardi wird es der SRG nicht weniger gut gehen, sondern sie wird von den lokalen und regionalen Anbietern profitieren und sich vermehrt auf nationale Themen konzentrieren. "Der nationale und regionale Service Public hat gewonnen", sagte Lombardi.

Günter Heuberger, Präsident des Verbands Schweizer Privatradios (VSP), ist von der Debatte auch zufrieden: "Der VSP begrüsst, dass es eine breite Anerkennung im regionalen Service Public gegeben hat", sagte er. Vom Ständerat erhofft der VSP aber ein komplettes Verbot des Sponsorings in den SRG-Radios: "Eine Vermischung von Werbung und Sponsoring findet immer statt. Deshalb müsste nach dem Werbeverbot auch das Sponsoring verboten werden."


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