Die deutschen Privatsender wollen die ARD wegen des geplanten Ausbaus ihrer digitalen Angebote vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagen. Das vermeldet die Financial Times Deutschland in der Online-Ausgabe von Donnerstag. Die ARD hatte in der vergangenen Woche ihre Pläne für die digitalen Medien vorgestellt. Sie will unter anderem die "Tagesschau" auch via Handy übertragen, ein Download-Portal für Programme einrichten und den digitalen Spartenkanal "Eins Extra" zu einem umfassenden Informationsprogramm entwickeln.
Was die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) vorhabe, sei rechtswidrig, sagte der Präsident des Verbands privater Rundfunk und Telemedien (VPRT), Jürgen Doetz, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Senderverbund verstosse gegen ein Genehmigungsverfahren für neue Angebote, das erst kürzlich zwischen den Bundesländern und der EU-Wettbewerbskommission ausgehandelt worden sei. "Eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof mit dem Ziel, die Vereinbarung mit der EU für nichtig zu erklären, ist sicherlich eine Option", sagte Doetz.

