26.03.2024

Offener Brief

Protest gegen «transfeindliche Berichterstattung»

Organisationen aus dem linken Spektrum fordern vom Tages-Anzeiger öffentlich «eine angemessene Berichterstattung über trans Personen». Die Redaktion lädt zum direkten Austausch ein.

Den offenen Brief haben 26 Organisationen verfasst, von Juso über Transgender Network Switzerland bis zur Dachorganisation der Frauenhäuser Schweiz und Liechtenstein. 1950 Personen haben das Schreiben bisher unterzeichnet.

Ihr Protest richtet sich an den Tages-Anzeiger im Speziellen und an die Schweizer Medien im Allgemeinen. Diese sollen «sich davon distanzieren, öffentlich Stigmatisierung zu propagieren, und sollten sich stattdessen darauf konzentrieren, trans Personen als gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft darzustellen». Konkret kritisieren die Unterzeichnenden des offenen Briefs, dass in der Berichterstattung von Tagi & Co. «das Wohlergehen von trans Menschen in den Hintergrund» gerate, weil sich der Fokus auf Aspekte richte wie Kosten, medizinische Prozesse und die Sorgen von Familien und cis Personen. Mit Berichten über die Detransition, also das Rückgängigmachung einer Geschlechtsangleichung, würde die Redaktion Zweifel säen an der Legitimität und Notwendigkeit von Transidentitäten und -erfahrungen.

«Wir unterstützen keine transfeindlichen Ansichten» 

Auf Anfrage von persoenlich.com lässt die Chefreaktion des Tages-Anzeigers ausrichten: «Wir unterstützen keine transfeindlichen Ansichten.» Die Berichterstattung des Tages-Anzeigers betrachte alle Aspekte dieses gesellschaftlichen Themas. «Unser übergeordnetes Ziel besteht darin, ein breites Spektrum an Meinungen und Hintergründen zu präsentieren, um ein umfassendes Verständnis zu fördern», heisst es weiter. Diese Antwort hat man den Unterzeichnenden des offenen Briefs nicht mitgeteilt. «Wir betrachten einen direkten, persönlichen Austausch als geeigneter», lässt die Chefredaktion ausrichten. «Deshalb laden wir herzlich ein, das Gespräch mit uns zu suchen.»

Ob Juso & Co. auf das Gesprächsangebote eingehen, ist unklar. Eine Anfrage von persoenlich.com blieb unbeantwortet. Klar ist aber, dass die gleichen Kreise für den 20. April zu einer Demonstration aufrufen unter dem Motto «Transfeindlichkeit stoppen».



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Kommentare

  • Sebastian Renold, 26.03.2024 17:36 Uhr
    TransMedia statt TAMedia!
  • Rudolf Penzinger, 26.03.2024 17:30 Uhr
    Ich denke, dass es für die Schweizer Medien größere Sorgen gibt, um die sie sich kümmern sollten.

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