11.02.2008

SF

Proteste Gegen TV-Predigerin Schmid

Pädophiliekritik sorgte für Aufruhr.

Die Kritik von TV-Predigerin Monika Schmid in der SF-Sendung "Wort zum Sonntag" am Umgang der Kirche mit pädophilen Priestern, hat für rote Köpfe gesorgt. Das Bistum Chur ist "eher unglücklich über die Sendung", wie Christoph Casetti auf Anfrage der "SonntagsZeitung" erklärt. Bischof Vitus Huonder werde Schmid zu einem Gespräch einladen. Roland-Bernjard Trauffer, Präsident der Deutschschweizerischen Ordinarienkonferenz und Generalvikar des Bistums Basel, sprach derweil von einer "Boulevardpredigt." Für die Nachfolge Schmids, die im Sommer abtreten wird, fordern Hardliner nun bereits einen kirchentreuen Prediger.

Schmid hatte in der Sendung die Doppelmoral der Kirche kritisiert und die jüngsten Pädophilie-Fälle mit dem Zölibat in Verbindung gebracht. "Priester, die eine reife Partnerschaft leben, werden abgesetzt, werden versetzt, bekommen eine andere Arbeit und bleiben zunächst einmal im Amt", erklärte Schmid. Anlass für ihren Doppelmoral-Vorwurf sind mehrere von Priestern verübte pädophile Übergriffe, die in den vergangenen Wochen an die Öffentlichkeit gelangten.

Die umstrittene Fernsehpredigerin sieht keinen Grund, ihre Äusserungen zu widerrrufen, oder sich zu entschuldigen. "Die katholische Kirche hat ein Glaubwürdigkeitsproblem." Sie werde dies weiter thematisieren, zumal sie sehr viele positive Reaktionen erhalten habe.


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