Der Ringier-Verlag versucht, seine Kosten zu senken. Grund dafür sei der Umstand, dass man die Budgets wegen des Anzeigeneinbruchs "dieses Jahr deutlich verfehlen" werde, wie Martin Werfeli, operativer Konzernleiter bei Ringier, in einem Interview mit der Ringier-Hauszeitung Domo sagte. Mit möglichen Investitionen bei Springer habe die Sparübung nichts zu tun, meinte Werfeli weiter.
Drei Projektbereiche sind laut Werfeli zur Einsparung von insgesamt rund 30 Mio. Franken vorgesehen: Overheadkosten, Redaktionskosten und Informatikkosten (bereits begonnen). Zudem würden im Marketingausschuss die Marketingkosten analysiert. Ausgeklammert seien der bereits angegangene Bereich Druckereien sowie das offenbar erfolgreiche Ringier Europa.
Bei den Overheadkosten, dem bezüglich Einsparungspotential "wichtigsten Projekt" (Werfeli), sollen 15 Mio. Franken gespart werden. Für diesen Bereich hat Ringier den Dänen Niels Lund als Know-How-Lieferanten engagiert.
Bei den Redaktionskosten (provisorisches Sparziel: 12 Mio. Franken) werden die Kosten einzelner Titel mittels Benchmarking mit jenen der Tamedia verglichen. Die Ergebnisse müssten dann mit den Chefredaktoren diskutiert werden, lineare Kürzungen über alle Redaktionen gebe es jedenfalls nicht, so Werfeli. Gestartet wird mit zwei Pilot-Vergleichen, und zwar je einem Zeitungs- und einem Zeitschriftentitel. In einer zweiten Phase würden dann auch andere geeignete Titel diesem Benchmarking unterzogen. Diese Analysen sollen bis Ende Jahr abgeschlossen sein, die Umsetzung beginne dann ab Frühling 2003.

