31.10.2007

DRS 4

"Qualitätsstandards werden nicht verwässert"

Programmleiterin Lis Borner im Gespräch.

Am kommenden Montag geht DRS 4 News auf Sendung. Das Programm informiert rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr über Aktuelles aus Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft. Der Programmraster ist einfach: Zur vollen und zur halben Stunde sendet DRS 4 News Nachrichtenbulletins. Tagsüber gibt es zusätzlich jede Viertelstunde einen kurzen Überblick über die Nachrichtenlage.

"Das Team ist sehr motiviert und freut sich auf den Sendestart", sagt Lis Borner, die Leiterin des Programms. Das Kernteam, rund ein Dutzend Journalistinnen und Journalisten, ist seit drei Monaten an der Arbeit. Seit letzter Woche wird das Programm von sechs Uhr früh bis acht Uhr abends simuliert. In dieser Zeit wurden Erfahrungen gesammelt -- programmlich, organisatorisch und technisch. "Das war wichtig, denn mit einem 24-Stunden-Informationsprogramm betreten wir in der Schweiz Neuland", erklärt Borner. "Und in der praktischen Umsetzung sieht vieles anders aus als auf dem Papier."

Borner macht kein Hehl daraus, dass es kritische Stimmen gibt: "Das Informationsangebot von Schweizer Radio DRS wird kräftig ausgeweitet, da stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Qualität der Sendungen. Wir werden aber alles daran setzen, dass die Qualitätsstandards nicht verwässert werden." Es gelte, die "DRS-Tradition" in eine neue Zeit zu transferieren. "Wir wollen schnell auf aktuelle Ereignisse reagieren, ohne aber der Gefahr zu erliegen, mittelprächtige Themen zu 'Breaking News' aufzubauschen", erläutert Borner die journalistische Gratwanderung.

DRS 4 News strahlt auch die Informationsflaggschiffe "Rendez vous" und "Echo der Zeit" aus - und verzichtet damit zur besten Sendezeit am Mittag und Abend auf eine eigene Identität. "Diese Sendungen sind sorgfältig und mit grossem Aufwand gemacht. Sie nicht auf dem Info-Kanal zu haben, wäre wenig sinnvoll", entgegnet Borner, die vor ihrem Wechsel zu DRS 4 News für die Sendungen "Rendez vous" und "Info 3" verantwortlich war. Hingegen fehlen auf DRS 4 News die Regionaljournale. Borner spricht von einem Wermutstropfen. Mit der DAB-Technik sei es aber nicht möglich, das Angebot regional zu splitten. Gleichwohl hätten Beiträge aus den Regionen auch auf dem neuen Kanal ihren Platz. (Text: Iwan Lieberherr, sda))


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