24.04.2022

SRF

Roger Schawinski ortet viele Fehler

In einem SonntagsBlick-Interview äussert der Medienpionier erneut Kritik an SRF-Direktorin Nathalie Wappler. Die Halbierungsinitiative hält er dennoch für den falschen Weg. Vielmehr fordert Schawinski ein neues Management. So kontert die SRG.
SRF: Roger Schawinski ortet viele Fehler
Roger Schawinski, Geschäftsführer und Besitzer von Radio 1, war einst selbst beim Schweizer Fernsehen tätig. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

Medienpionier Roger Schawinski ist gegenüber dem Schweizer Fernsehen schon immer kritisch eingestellt gewesen. «Doch so dagegen ausgeteilt wie jetzt hat er noch nie», verspricht der SonntagsBlick im Lead zu einem Interview mit Schawinski. Auf die Frage, was SRF falsch mache, antwortete er: «Sehr, sehr viel.»

Schawinski bezeichnet das SRF-Programmangebot als «uninspiriert». Man habe unter dem Vorwand, dass man sparen müsse, die Kreativität im Hauptangebot eingestellt. «Eigentlich kommt mir in der Ära Wappler kaum etwas Neues in den Sinn, was eingeschlagen hat», so der 76-Jährige. Zwar sei man bei den Serien gut unterwegs, einen «schleichenden Abbau» erkennt Schawinski aber bei den wichtigsten Sparten Unterhaltung und Information.

Auch digitale Formate auf YouTube und TikTok kritisiert der Medienmacher im Interview. Man erreiche nur enttäuschende Reichweiten, und es handle sich dabei kaum um das, was man Service public nenne. «Ich würde mich endlich wieder aufs TV-Programm und auf Inhalte konzentrieren und nicht mehr auf verblasene Distributionsstrategien, bei denen man die knappen Mittel verpulvert», so Schawinski.

Dennoch ist er nicht der Meinung, dass man der SRG mit der Halbierungsinitiative die Mittel verknappen sollte. «Viel wichtiger wäre es, das Management auszuwechseln.» Eines, das das Medium und seine Mitarbeitenden liebe und die Kreativität im Programmangebot ins Zentrum stelle.

Die SRG schiesst zurück

Dass Roger Schawinski seine persönliche Meinung zum Angebot für junge Konsumenten und Konsumentinnen äussere, sei «legitim», schreibt die SRG auf Anfrage von 20 Minuten. «Er gehört aber nicht mehr unbedingt zum Zielpublikum von jugendlichen Formaten.»

Schawinski sei «ein besonders engagierter Mitdenker», so die SRG weiter. Er dürfe sich stets melden, falls er einen persönlichen Austausch wünsche. (cbe)



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Kommentare

  • Claude Bürki, 25.04.2022 07:21 Uhr
    Zum Glück gibt es noch Sender wie arte und 3sat.
  • Rudolf Penzinger, 24.04.2022 17:29 Uhr
    Das hat alles seit langem eingesetzt, wurde aber von Wappler zielstrebig ziellos fortgesetzt. Die Handharmonika erspart dir Leutschenbach und Beromünster.
  • Victor Brunner, 24.04.2022 14:44 Uhr
    Schawinski bringt es auf den Punkt. Das Management auswechseln. Frau Wappler und ihre Crew wollten die goldene Milchkuhsau und sind krachend gescheitert. Viel Vertrauen intern und bei den ZwangsgebührenzahlerInnen verloren. Versprechen nicht eingehalten, keine Unterbrecherwerbung nach 2000, Sparprogramm grossartig verkündet, ebenfalls krachend gescheitert. Trotz geschenkter Milliarde am Markt nur noch im Mittelfeld.
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