16.04.2021

Sexuelle Belästigung

RTS-Führungsriege muss in Schulung

In jeder Abteilung soll es künftig Vertrauenspersonen geben, die Betroffene im Bedarfsfall angehen können, wie Gilles Marchand am Freitag in Bern sagte.
Sexuelle Belästigung: RTS-Führungsriege muss in Schulung
RTS-Direktor Pascal Crittin spricht am Freitag an einer Livestream-Medienkonferenz. (Bild: Keystone/Peter Schneider)

Die Führungsriege des Westschweizer Radio- und Fernsehen RTS muss nach der Belästigungsaffäre künftig ein obligatorisches Schulungsprogramm absolvieren. Bei Nichteinhaltung der neuen Bestimmungen drohen Sanktionen.

Dies sagte SRG-Verwaltungsrätin Ursula Gut-Wintersberger am Freitag an einer virtuellen Medienkonferenz zu den Ergebnissen der drei Untersuchungen. Künftig werde im Unternehmen eine Nulltoleranz gelten. Es sei ein Paradigmenwechsel notwendig. Alle müssten sich für den sensiblen Bereich der Belästigungen und Übergriffe zuständig und verantwortlich fühlen.

Über definitive Massnahmen werde der SRG-Verwaltungsrat entscheiden, wenn der Schlussbericht zur ersten Untersuchung über die Wirksamkeit der internen Instrumente vorliege. Deren Umsetzung liege dann in der Obhut der Geschäftsleitung, werde aber künftig durch einen Ausschuss des Verwaltungsrates kontrolliert.

In jeder Abteilung soll es künftig Vertrauenspersonen geben, die Betroffene im Bedarfsfall angehen können, wie SRG-Generaldirektor Gilles Marchand ergänzte. Dabei sind laut RTS-Direktor Pascal Crittin alle Formen des Machtmissbrauchs im Visier, auch die kleinen Missbräuche.

Er bedauere die Existenz von inakzeptablen Situationen zutiefst, und dass diese in der Vergangenheit auf taube Ohren gestossen seien. Das Vertrauen in die Führung sei so verloren gegangen. Man werde nun alles tun, um dieses wieder herzustellen und habe dafür «noch nie dagewesene Massnahmen ergriffen» so Crittin. (sda/cbe)

 



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