Der Verwaltungsrat der SRG idée suisse Deutschschweiz hat am Mittwoch Rudolf Matter, bisher Direktor Wirtschaft und Programmplanung des deutschen Nachrichtenfernsehens n-tv, zum Chefredaktor von Schweizer Radio DRS gewählt. Der 52-Jährige wird Nachfolger von Marco Färber, der nach zwanzig Jahren im Chefredaktorenamt bei SR DRS im Herbst 2006 in Pension gehen wird.
Mit Rudolf Matter erhält das Schweizer Radio DRS einen Chefredaktor, der keine substanzielle Radio-Erfahrung mitbringt und seine künftigen Mitarbeiter bloss an ihrer Stimme aus dem Radio kennt. Matter, ein Vollblut-Journalist, ist seit 1997 in leitenden Funktionen für das deutsche Nachrichtenfernsehen n-tv tätig. Er sieht indes durchaus Parallelen zwischen seiner derzeitigen Tätigkeit und dem Amt bei Schweizer Radio DRS: "Wie bei n-tv besteht meine Aufgabe auch bei SR DRS darin, mit knappen Ressourcen ein gutes Produkt herzustellen."
Während zwölf Jahren war Matter beim Schweizer Fernsehen als Redaktor, Produzent und Moderator der Tagesschau und des Magazins "Karussell beschäftigt. Nach einem Abstecher zu McKinsey&Company wechselte er 1993 zur Ringier AG, wo er als Chefredaktor und Moderator die Sendung CASH-TV aufbaute und leitete. 1997 folgte der Wechsel nach Berlin zu n-tv. Als Redaktionsleiter war Matter dort verantwortlich für die Wirtschaftsformate des Senders. Später kamen zusätzlich die Verantwortung für eine Restrukturierung des Unternehmens, den Umzug nach Köln und die Digitalisierung der TV-Produktion sowie seit Januar 2005 für Programmplanung und Programmeinkauf hinzu. In dieser letzten Phase hat Matter sich nach eigenen Angaben intensiv mit technischen Fragen beschäftigt. Dieses Wissen wird Matter bei SR DRS gerade im Hinblick auf die Einführung der DAB-Technologie einsetzen können.
Als Chefredaktor übernimmt Matter die publizistische, personelle und finanzielle Führung der Abteilung Information von SR DRS. Damit steht er einer Abteilung vor, die rund 120 Vollzeitstellen und ein Budget von 25 Millionen Franken umfasst. "Ich will in erster Linie die Qualität des bisherigen Programmangebots sicherstellen", umschrieb Matter an der Medienkonfernz seine Kernaufgabe. Dass Matter vor allem für Kontiunität sorgen soll, betonte auch Radio-Direktor Walter Rüegg: "Mit Rudolf Matter soll keine neue Ära beginnen, sondern eine gute Ära weitergehen." Statt wie das Schweizer Fernsehen immer mehr "Service poubelle" (NZZ) zu produzieren, strebt Matter ein redaktionelles Angebot an, das zeitgerecht, korrekt und in hoher Qualität vermittelt wird.

