19.05.2010

SRG

Schawinski wünscht sich Filippo Leutenegger als Superdirektor

Ueli Haldimann habe kaum Chancen auf den Posten.

Die Überraschung war bei allen Medienexperten gross, als Roger de Weck am Dienstag zum Nachfolger von Armin Walpen ernannt wurde. In der Branche wurde die Wahl im ersten Moment als sehr positv gewertet. Der Grundtenor: Endlich wieder ein Journalist, der das Ruder der SRG in die Hand nehme. Am Tag darauf folgten die Analysen. SRG-Kritiker und Radio-1-Chef Roger Schawinski schlug in seinem Tageskommentar am Radio einen eher kritsichen Ton an.

Für Schawinski ist klar, dass die SRG derzeit zwei Direktoren habe. Zum einen Armin Walpen, der bis Ende Jahr das Amt bekleidet. Zum anderen Roger de Weck, der sich erst in die Organisation einarbeiten müsse. Und darin sieht Schawinski einige Probleme. De Weck dürfe das Feld bis Ende Jahr nicht der noch jetzigen Direktion alleine überlassen. Gerade was das Konvergenz-Projekt betreffe, müsse de Weck eine schnelle Analyse vornehmen und allenfalls Einfluss auf wichtige Entscheidungen nehmen, bevor diese unwiderruflich würden.

Sparpotential sieht Schawinksi im Abbau von Programmen. Diese Massnahmen seien noch einfach zu vollziehen. Schwieriger würde es allerdings, wenn es darum gehe, die SRG effizienter zu machen. Schawinskis Vorschlag: Abbau des Produktionscenters TPC, welches über Jahre nur hohe Kosten verursacht habe. Zudem schlägt er vor, den schwerfälligen Appart der Generaldirektion in Bern abzubauen.

In Sachen "Wahl des Superdirektors" ist für den Radio-1-Chef klar, dass der bis vor kurzem aussichtsreichste Kandidat, Ueli Haldimann, jetzt wenig Chancen auf den Posten habe, da er wie de Weck politisch eher links stünde. Vorstellbar sei, dass Radiomann Ruedi Matter oder Filippo Leutenegger das Rennen machen werden. Schawinskis Wunschduo: De Weck/Leutenegger. Das Ticket würde wieder etwas Schwung bringen, denn beide Persönlichkeiten seien Alpha-Tiere - ein Kontrapunkt zur Ära Deltenre/Walpen.


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