Im Vorfeld der 59. Filmfestspiele Venedig sorgen Aussagen des neuen Direktors Moritz de Hadeln für einen Eklat: Der Wettbewerb habe international massiv an Bedeutung verloren, meinte er. Der "Goldene Löwe" zähle nichts mehr auf dem Markt, hätten ihm US-Filmvertreiber gesagt. Der Preis sei zu oft nach esoterischen Kriterien verliehen worden, sagte der Schweizer. Er kritisierte auch die bürokratische Organisation des Festivals.
"Wie alle wichtigen Preise darf der 'Goldene Löwe' nicht nur einen Regisseur oder eine Produktion fördern, er muss auch das Publikum ins Kino locken", betonte de Hadeln. Kritik erntete das Filmfestival in Venedig auch vom italienischen Starregisseur Franco Zeffirelli. "Venedig ist zum Schaufester für indische und iranische Filme geworden", kritisierte der Filmemacher. De Hadelns Ansichten teilt der Ex-Staatssekretär im italienischen Kunstministerium, Vittorio Sgarbi. "Der 'Goldene Löwe' hat an Glanz verloren, weil er kein internationales Gewicht mehr hat. Die Filme, die vorgestellt werden, gefallen im Ausland nicht. Sie gefallen vor allem den Amerikanern nicht."

