05.01.2018

No Billag

SGV findet Untergangsszenarien unglaubwürdig

Hans-Ulrich Bigler glaubt an einen Service public «ohne Abzocke und staatlichen Zwang». Die Initiative hält er für «gar nicht radikal», die Rede von der Alternativlosigkeit für Erpressung.
No Billag: SGV findet Untergangsszenarien unglaubwürdig
Hans-Ulrich Bigler, SGV-Direktor und FDP-Nationalrat, sieht in der No-Billag-Initiative eine Chance für einen besseren Service public. (Bild: Keystone/Anthony Anex)

Der Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV), Hans-Ulrich Bigler, sieht in einer Annahme der No-Billag-Initiative eine echte Chance für einen besseren Service public. Untergangszenarien seien dagegen völlig unglaubwürdig.

Dies sagte er in einem Interview mit der «Nordwestschweiz» vom Freitag. Bigler betonte zudem, dass ein Service public «auch ohne Abzocke und staatlichen Zwang» möglich sei.

Ihm schwebt dabei eine unabhängige und befreite SRG vor, die mit privaten Medien zusammenarbeitet, statt den Markt zu verzerren und die Privaten auszubremsen. Ein solches Konstrukt stärke die Medienvielfalt und den Service public, sagte Bigler.

Die Verlage würden dagegen heutzutage von der SRG etwa im Online-Bereich ausgebremst. Diese Konkurrenzsituation wirke sich negativ auf die Medienvielfalt des Landes aus, so der SGV-Direktor.

Mit der No-Billag-Initiative, die er gar nicht radikal findet, komme endlich die wichtige Diskussion auf, ob es so hohe Ausgaben bei der SRG brauche und was als Service public vom Staat überhaupt finanziert werden solle. Untergangszenarien zu malen, ohne Alternativen aufzuzeigen, sei dagegen Erpressung, mahnte SGV-Direktor Bigler in dem Interview.

Bigler gilt laut «Nordwestschweiz» als «SRG-Schreck», weil er 2015 die RTVG-Revision vehement bekämpfte und nur hauchdünn verlor. Ende Oktober 2017 gab der SGV die Ja-Parole zur No-Billag-Initiative bekannt (persoenlich.com berichtete). Der Kampagnenstart wurde auf Dienstag, 9. Januar angekündigt. (sda/maw)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Paul Schönenberger
08.01.2018 15:04 Uhr
Der SGV hat sich am vergangenen Donnerstag in das Knie geschossen. Mit der Beilage im Tagi - ist der SGV zum unglaubwürdigen Verband mutiert. Bigler und seine Mitstreiter haben offenbar keine Skrupel zu lügen. Bigler war bei der vergangenen RTVG Abstimmung negativ aufgefallen - damals sagte er: die Gebühren steigen auf 1‘000.- CHF - dabei sinken diese auf 365.- CHF. Ist den Bigler noch tragbar?
Nico Herger
08.01.2018 12:15 Uhr
Die Frage ist doch ganz einfach: Ist es angebracht, dass Unternehmen teils unanständig hohe Gebühren bezahlen? Selbstverständlich nicht, es ist reine Abzocke. Es ist die Pflicht von Herrn Bigler, sich dagegen zu engagieren.
Urs Meier
08.01.2018 08:51 Uhr
Bigler betreibt einmal mehr Politik à la Trump: einfach irgendwas daherreden um der angestrebten Wirkung willen, ohne Kenntnis der Sache und in lockerer Missachtung aller zu No-Billag längst bekannten Argumente. Es hat bei ihm Methode. Bei der Umstellung auf geräteunabhängige Gebühren prophezeite er, diese würden für Privatnutzer auf 1000 Franken ansteigen.
Heinz Kramer
05.01.2018 15:37 Uhr
Einmal mehr frönt hier der Sonnenkönig seinem Hobby, statt sich um das Gewerbe zu kümmern. Als Verbandsmitglied hätte ich da so meine Fragen, was genau mit meinen Geldern passiert.
Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören