25.01.2022

Ringier / Rasch

Sichtbarkeit von Frauen steigt weiter

Eine Auswertung der Initiative EqualVoice zeigt: Der Anteil von Frauen in Headlines, Titeln und Bildern ist 2021 vor allem bei der Finanzplattform Cash gestiegen. Bei der Erwähnung von Frauen in Artikeln schneidet die Bilanz im Vorjahresvergleich am besten ab.

Der von Ringier inhouse entwickelte EqualVoice-Faktor beruht auf einem semantischen Algorithmus und misst den Frauenanteil in sämtlichen Online-Beiträgen der Medienmarken von Ringier und Ringier Axel Springer Schweiz.

Zwei Kernziffern werden für den Faktor erhoben: der Teaser Score (TS), der die Visibilität von Frauen in Bildern, Headlines und Titeln auswertet und zum anderen der Body Score (BS), der zeigt, wie oft Frauen und Männer im Artikeltext genannt werden. Untersucht werden die Onlineangebote von Blick, Beobachter, Bilanz, Cash, Handelszeitung, GaultMillau und der Schweizer Illustrierten. 

Bei den meisten dieser Titel wurden die Zahlen bereits seit 2018 erhoben, sodass sich die Entwicklung über Zeit betrachten lässt. Die Zahlen für das Jahr 2021 zeigen, dass die Sichtbarkeit von Frauen gesteigert oder ein bereits hohes Level gehalten werden konnte. 

Laut Mitteilung würden die Redaktionen von Ringier Axel Springer Schweiz selbst stärker auf inklusive Formulierungen, eine ausgeglichene Gestaltung bei der Themenauswahl, den Protagonistinnen und Protagonisten sowie bei der visuellen Gestaltung der Beiträge achten.

Zum Frauenanteil bei der Handelszeitung sagt Co-Chefredaktor Stefan Barmettler gemäss Mitteilung: «Beim EqualVoice-Score, der die Sichtbarkeit von Frauen in unseren Produkten misst, haben wir massiv zugelegt – von 18,1 Prozent (2018) auf 26,2 Prozent (2021).» Nachholbedarf bestehe jedoch beim Frauenanteil auf der Redaktion. «Deshalb haben wir ein Nachwuchsförderungsprogramm für junge, qualifizierte Berufseinsteigerinnen und -einsteiger lanciert», so Barmettler.

Der Teaser Score über alle untersuchten Medientitel bewegt sich zwischen 22 (Bilanz) und 61 Prozent (Schweizer Illustrierte). Die Spannbreite des Teaser Score hat sich damit verkleinert – 2020 war der Range noch zwischen 14 und 61 Prozent. Dies ist insbesondere auf die grösste Veränderung zurückzuführen, dem Zuwachs von 9,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr, die bei Cash beobachtet wurde. Damit hat Cash den Teaser Score von 2020 zu 2021 um 64 Prozent gesteigert. 

Cash-Chefredaktor Daniel Hügli: «Nur zwei von 100 grossen börsenkotierten Gesellschaften in der Schweiz haben laut einer Studie eine Frau als CEO. Das entspricht nicht der Realität des gesamten Berufs- und Wirtschaftslebens. Es ist daher wichtig, dass die Sichtbarkeit und das Wort von Frauen insbesondere in der Finanz- und Investitionsbranche zunimmt. Cash will einen Beitrag dazu leisten». Er ergänzt: «Wir halten bei der Interviewplanung gezielt nach Frauen als Auskunftspersonen Ausschau und wollen dabei einen adäquaten Gender-Mix herbeiführen.»

Teaser-Score in der Detailübersicht:

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Die zweitgrösste Veränderung im Vorjahresvergleich erzielt GaultMillau mit einer Steigerung um 3 Prozentpunkte. Der Beobachter, der seit Start der Erhebung einen relativ ausgeglichenen Teaser Score erzielte, verzeichnet 2021 im Vergleich zu 2020 den grössten Rückgang. Mit einem Teaser Score von 43,1 Prozent gehört der Beobachter aber zu den Medienmarken, die ein sehr ausgeglichenes Verhältnis aufweisen.

Der Body Score zeigt, wie oft Frauen und Männer im Artikeltext genannt werden. Auch die Spannbreite der Body Scores über alle untersuchten Titel hinweg verkleinert sich und bewegt sich 2021 zwischen 22,6 und 54,8 Prozent. Den höchsten Body Score erreicht die Schweizer Illustrierte mit 54,8 Prozent. Mit einer Veränderung um 2,8 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreswert hat die Bilanz am meisten zugelegt. Mit einem Body Score von 29 Prozent ist die Bilanz mit Blick gleich auf. Neben der Bilanz konnte mit Cash auch ein weiterer Wirtschaftstitel zulegen und sich um 0,6 Prozentpunkte verbessern.

Body-Score in der Detailübersicht:

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«Die Objektivität des EqualVoice-Factors schafft die Grundlage für faktenbasierte Diskussionen, die zu messbarer Veränderung führen», wird Annabella Bassler CFO von Ringier und Initiantin von EqualVoice zitiert. Und weiter: «Die Entwicklung des EqualVoice-Factors imponiert und zeigt, dass EqualVoice in den Redaktionen verinnerlicht ist. Die unterschiedlichen Herangehensweisen der Redaktionen sind spannend zu beobachten. Seit Messbeginn steigert sich cash um 64, die Handelszeitung um 45 und GaultMillau um 37 Prozent im Teaser Score, und beim Body Score legt die Handelszeitung 49, die Bilanz 46 und GaultMillau 19 Prozent zu.» (pd/mj)



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