Die Radios Kanal K (Aarau), RaBe (Bern), Radio 3FACH (Luzern), Radio Gwendalyn (Chiasso), RaSa (Schaffhausen), Radio Stadtfilter (Winterthur) und Radio X (Basel) wollen in Zukunft die Interessen der komplementären konzessionierten Radios mit Leistungsauftrag und Abgabenanteil in der Schweiz vertreten und deren Zusammenarbeit fördern. Dazu haben sie im Frühjahr 2024 die «Allianz der Komplementärradios – Corall» gegründet, wie der neue Verband in einer Mitteilung schreibt.
Trennung wegen Mitgliederstruktur von Unikom
Die sieben Sender haben im vergangen Jahr den Verband Unikom verlassen. Zur Trennung kam es nicht wegen grundsätzlicher Meinungsverschiedenheiten, sondern wegen der Mitgliederstruktur von Unikom (persoenlich.com berichtete). Gegründet wurde Unikom 1983 als Verein der damals neu entstandenen Alternativradios, «deren Betrieb nicht auf kommerzielle Ziele ausgerichtet ist».
Vor gut zehn Jahren öffnete sich Unikom für Nischensender und Internetradios. Inzwischen stellt dieser Sendertyp die Mehrheit der Verbandsmitglieder. Das sorgte für Spannungen und zum Entscheid der sieben Sender, die nun Corall gegründet haben, den Verband Unikom im vergangenen Jahr zu verlassen.
Insgesamt gibt es in der Schweiz zehn Komplementärradios, die in drei verschiedenen Verbänden organisiert sind. So ist etwa das St. Galler Radio Toxic.fm Mitglied im Verband Schweizer Privatradios, das massgeblich die kommerziellen Lokalsender organisiert. Das Zürcher Radio Lora und das Genfer Radio Vostok sind im Verband Unikom geblieben.
Nicht gewinnorientiert und werbefrei
Die komplementären Sender der Schweiz sind gemäss Radio- und Fernsehrecht nicht gewinnorientiert und werbefrei. Ihr Programm muss sich thematisch, kulturell und musikalisch von anderen Stationen unterscheiden, und hat sprachliche sowie kulturelle Minderheiten zu berücksichtigen.
Die Allianz der Komplementärradios, kurz Corall, setzt sich für gute politische, wirtschaftliche, verbreitungstechnische, rechtliche und finanzielle Rahmen- bedingungen ihrer Mitglieder ein und engagiert sich für partizipative, regional verankerte Medienformen sowie für die Ausbildung von Medienschaffenden.
Der neue Verband steht allen konzessionierten komplementären Radios in der Schweiz offen. Nicht gewinnorientierte Sender mit partizipativem Charakter und weitere juristische Personen, die den Vereinszweck teilen, können sich der Allianz als Passivmitglieder anschliessen, schreibt Corall. (pd/nil)
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23.08.2024 16:56 Uhr

