07.01.2004

SF DRS

Ski führt Sport-Zuschauerstatistik 2003 an

Neben Ski interessieren vor allem Fussball und Formel 1.

Die Skifahrer lockten die Schweizer Fernsehzuschauer im 2003 am effizientesten vor den Flimmerkasten, wie die neueste Sport-Zuschauerstatistik von SF DRS zeigt. Die WM in St. Moritz bescherte den alpinen Skifahrern einen TV-Boom ohnegleichen mit drei Quoten-Millionären.

Im Jahr 2001 wurde die TV-Statistik noch vom Zürcher Leichtathletik-Meeting mit einem Total von 875'000 Zuschauern angeführt. 2002 übertrafen Doppel-Olympiasieger Simon Ammann und der FC Basel die Millionen-Marke, und nun eroberten die alpinen Skirennfahrer auf eindrückliche Weise die Pole-Position zurück. Während der WM-Abfahrt der Männer sassen während über zwei Stunden durchschnittlich 1.23 Mio. Leute vor dem Bildschirm (zeitweiliger Spitzenwert 1.464 Mio. Marktanteil 85.2 Prozent!). Auch der Super-G der Männer und die Frauen-Abfahrt knackten die Millionen-Marke.

Selbst Lauberhorn-Konserve fast Top 100

Auch ausserhalb der WM durften sich die Skirennen sehen lassen. Die Lauberhorn-Abfahrt streifte die Millionen-Grenze, und die Aufzeichnung des Kernen-Triumphes eine Woche später, als Ersatz für die verschobene Hahnenkamm-Abfahrt, erreichte nochmals unglaubliche 308'000 -- so viel wie die meistbeachteten Eishockeyspiele oder Radrennen. Damit verpasste die Lauberhorn-Konserve die Top 100 nur um einen Rang.

Unter den zehn meistgesehenen Sportsendungen des TV-Jahres 2003 befinden sich sieben alpine Skirennen. Nur das Fussball-EM-Qualifikationsspiel Schweiz -- Irland, die Credit Suisse Sport Awards (Wahl der Schweizer Sportler) und "Weltklasse Zürich" konnten in die Phalanx einbrechen. Auch von den Top 100 sind mehr als die Hälfte (53) Skirennen. Da kann nur noch der Fussball (28) einigermassen mithalten. Die Formel 1 bringt es auf 10 Nennungen.

Ski, Fussball und Autorennen sind am beliebtesten

Die drei Sportarten Ski, Fussball und Automobil decken über neun Zehntel des Top-100-Angebotes ab. Selbst ein Roger Federer, Sportler und Schweizer des Jahres, hat es gegen solche Konkurrenz schwer. Seinen Wimbledon-Triumph sahen 545'000 Personen (Position 27), den Masters-Final in Houston gegen Andre Agassi 516'000 (Position 31). 34 Anlässe erreichten über eine halbe Million Zuschauer, nach wie vor die Marke für ein Top-Event. 2002 (mit Olympia) schafften das 43 Anlässe, 2001 nur 18.

Die Krise bei Swiss-Ski hat keine Auswirkungen auf das Zuschauerverhalten. Die missglückte Abfahrt in Val Gardena sahen 494'200 Zuschauer (mehr als im Vorjahr), den Frauen-Slalom in Lienz 477'000. Und Hunderttausende wollten -- nach den guten Trainingsleistungen -- die vermeintliche Wiederauferstehung des Abfahrtsteams in Bormio sehen und harrten stundenlang vor dem Bildschirm. Um zwölf Uhr guckten 408'000 während 20 Minuten in den Nebel.

Rad und Reiten für Rentner

Das mit Abstand älteste Publikum haben die Übertragungen vom Reiten und Radsport. Bei der Aufzeichnung des Swiss Masters beim CSI von Zürich überwogen die AHV-Rentner (56 300 mit einem Altersdurchschnitt von 65.7 Jahren), beim CSI-Grand-Prix, Paris -- Roubaix und der ersten Tour-de-Suisse-Etappe betrug der Durchschnitt über 60 Jahre. Beim Cross der Snowboard-WM am Nachmittag hatte der Durschnittszuschauer der 114'700 auch schon 56 Jahre auf dem Buckel. Beim Halfpipe-Event schnellte das Alter runter auf 36 Jahre.

56 Jahre ist das durchschnittliche Alter eines TV-Zuschauers bei SF DRS. Der Sportkonsument gehört generell zur jüngeren Fraktion. Der Skifan ist im Durchschnitt 50 Jahre alt (WM-Abfahrt 48.4), der "Fussballer" etwa 46-, der "Eishockeyaner" 44-jährig. Weiterhin tut sich der TV-Sportler mit dem klassischen Publikumssport Eishockey schwer. Der Spengler-Cup-Final schaffte es knapp in die Top 100 (88. mit 329'000 Zuschauern) -- im Gegensatz zu den Playoff-Finals (bestes Spiel 294'000, 112. Rang). Die Nationalmannschaft kam bei der WM lediglich auf 230'000 Zuschauer (Schweiz -- Schweden, 168. Rang).

Auch das Echo vom historischen Segel-Triumph von Ernesto Bertarelli blieb -- zu ungünstigen Sendezeiten -- bescheiden. Die Sondersendung nach dem Gewinn des America's Cup erreichte am Nachmittag 278'000 Zuschauer. Zwei-, dreimal bewegten sich die Übertragungen um die 200'000er-Grenze, oft dümpelten sie unter der 100'000er-Schallmauer.


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