Zertifikats- und Maskenpflicht sind Geschichte: Der Bundesrat hat nach 23 Monaten Pandemie praktisch alle Corona-Schutzmassnahmen aufgehoben, darunter auch die Maskenpflicht am Arbeitsplatz und die Homeoffice-Empfehlung. Masken müssen einzig im öffentlichen Verkehr und in Gesundheitseinrichtungen noch getragen werden, wie der Bundesrat am Mittwoch entschied.
Es steht den Kantonen allerdings frei, strengere Schutzmassnahmen anzuordnen. Etwa können sie weiterhin Zertifikate verlangen. Möglich ist das auch für einzelne Betriebe. Nachdem erst Anfang Februar die Homeoffice-Pflicht in eine Empfehlung umgewandelt wurde, mussten die Taskforces der Medienhäuser nun erneut über die Bücher.
«Die positive Entwicklung der Pandemie und die vom Bundesrat beschlossenen Lockerungen lassen es zu, dass wir die Schutzmassnahmen bei CH Media lockern», so Sprecherin Alena Kress auf Anfrage. So werde beispielsweise die generelle Maskenpflicht an den Standorten von CH Media aufgehoben. Es müsse nur noch dann eine Maske getragen werden, wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden könne. «Der Zeitpunkt ist zudem gekommen, dass unsere Mitarbeitenden wieder vermehrt in den Büros vor Ort ihren Aufgaben nachgehen können.» Da die Viruszirkulation noch immer hoch sei, werde die Rückkehr ins Büro stufenweise angegangen. «Ab sofort gilt die Massgabe, dass Mitarbeitende in Rücksprache mit ihren Vorgesetzten wieder zwei Arbeitstage pro Arbeitswoche – auf Basis eines 100-Prozent-Pensums – am Arbeitsplatz arbeiten», sagte Kress. Die Abstands- und Hygieneregeln würden dabei «selbstverständlich» weiterhin unverändert gelten.
In Sachen Maskenpflicht am Arbeitsplatz kommuniziert die TX Group etwas anders als CH Media, meint aber dasselbe. «Wir halten innerhalb der Büroräumlichkeiten der TX Group an der Maskenpflicht fest, sofern die 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden können», so Michele Paparone, Leiter Kommunikation Corporate Services. Die Notwendigkeit dieser Massnahme werde dabei regelmässig beurteilt. Auch die TX Group kehrt mit der Aufhebung der Homeoffice-Empfehlung zum regulären Arbeitsalltag zurück. «Zur neuen Normalität gehört auch das im letzten Herbst eingeführte langfristige Rahmenwerk für flexibles Arbeiten», sagte Paparone. So gelte seit Donnerstag grundsätzlich der von einzelnen Unternehmen und Abteilungen der TX Group bekanntgegebene Mix für die Arbeit im Büro und im Mobile Office.
Bei NZZ und Ringier fallen die Masken ganz
Am Donnerstagnachmittag hat die NZZ-Gruppe ihre Mitarbeitenden informiert, wie es weitergeht. «Ab sofort ist es wieder möglich, im Büro zu arbeiten. Gleichzeitig kann weiterhin im Homeoffice gearbeitet werden, wenn jemand sich wohler fühlt», so NZZ-Kommunikationschefin Karin Heim. «Die konkrete Ausgestaltung dieser Regelung können die Kolleginnen und Kollegen in den Teams absprechen.» Freizügiger als CH Media und die TX Group ist die NZZ in Sachen Maskenpflicht. «Das Tragen einer Maske in den Gebäuden fällt weg», so Heim. Weiter können Meetings und Workshops wieder physisch durchgeführt werden. Auch bei der NZZ gilt: «Vor Ort verhalten wir uns weiterhin umsichtig und halten uns an die bekannten Hygiene- und Abstandsempfehlungen.»
Auch bei Ringier entfällt die Maskenpflicht am Arbeitsplatz, dies ab Montag, 21. Februar. Ebenfalls entfällt der 2G-Nachweis als Zutrittsvoraussetzung. Für physische interne Sitzungen, Events, Geschäftsreisen und externe Besucher gelten noch bis am 28. Februar etwas strengere Regeln. Ab 1. März wird weiter gelockert. Dann dürfen 50 Prozent des Teams im Büro anwesend sein. Interne Sitzungen, Events (auch mit externen Besuchern) und Geschäftsreisen können wieder stattfinden – auch wenn mit gewissen Einschränkungen ab neun Personen. Einen weiteren Lockerungsschritt gibt es ab 1. April, dann wird die sogenannte «Ringier Mobile Office Policy» eingeführt – noch ohne festgelegte Anwesenheitspflicht. Ab 1. Mai gilt die «Ringier Mobile Office Policy» vollumfänglich. «Mitarbeitende mit Erkältungs- oder leichten Krankheitssymptomen jeglicher Art sind aufgefordert, von zu Hause aus zu arbeiten. Hier empfehlen wir weiterhin, sich testen zu lassen», sagt Ringier-Kommunikationschefin Johanna Walser.
«Auch in der SRG fallen ab sofort die Masken- und Zertifikatspflicht sowie die Betriebstests weg», so Daniel Knoll, Stabschef und Chief Security Officer, auf Anfrage. «Zudem können alle Homeoffice-Mitarbeitenden wieder vor Ort arbeiten.» Nur beim Schweizer Fernsehen gebe es immer noch eine Maskenempfehlung, wo der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden könne.