So lief die Tour der Medienfrauen

Frauenstreik - Am Mittwoch haben in Zürich Dutzende Frauen verschiedene Medienhäuser besucht und Forderungen übergeben. In der ganzen Schweiz gingen zehntausende Frauen zum feministischen Streik auf die Strasse.

Medienfrauen haben am Mittwoch anlässlich des Frauenstreiktags eine Redaktionstour durch Zürich absolviert (persoenlich.com berichtete). Diese startete um 9 Uhr bei SRF und ging weiter zu CH Media, WOZ, Watson, Ringier, NZZ, Tamedia und Republik.

Auf der Redaktionstour wurden die Forderungen persönlich überreicht. Unterzeichnet wurden diese bislang von rund 450 Personen (Stand Donnerstag 20 Uhr). Die Kernforderungen sind Schutz vor Belästigung; Lohngleichheit; Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Mental Health; Frauen in Führungspositionen; kein Sexismus, kein Rassismus und mehr Diversität in der Berichterstattung.


Die Redaktionstour wurde unter anderem begleitet durch die Mediengewerkschaft SSM. Diese hat ihre Resolution und einen ausführlichen Forderungskatalog zu Diskriminierung und Belästigung der SRF-Direktion übergeben. Die Mediengewerkschaft SSM schreibt in einer Mitteilung: «Diskriminierung, Sexismus und Belästigung sind ein strukturelles Problem – auch bei SRF.» Die Kommission für Gleichstellung & Diversität fordere einen Kulturwandel. Es brauche eine Veränderung in der Unternehmens- und Führungskultur.

Am Nachmittag trafen sich die Medienfrauen auf dem Kasernenareal und nahmen anschliessend am Frauenstreik-Umzug teil – dies mit dem Motto: «No Women No News». Zehntausende gingen in Zürich auf die Strassen – die Veranstalter sprachen von 120'000 Personen.


In der ganzen Schweiz sind am Mittwoch Frauen zum feministischen Streik auf die Strasse gegangen. In den 20 grössten Städten demonstrierten sie häufig in Violett gekleidet zumeist friedlich. Auch in Betrieben gab es Aktionen gegen Ungleichheiten bei Lohn und Renten.

Mindestens 20'000 Frauen sind in Bern für die Gleichstellung auf die Strasse gegangen. Sie forderten «Zeit, Respekt, anständige Löhne und Renten». Die Veranstalterinnen sprachen sogar von rund 50'000 Demonstrierenden.

An der Abschlusskundgebung des Berner Frauenstreiks herrschte eine kämpferische, aber friedliche Stimmung. Im Zentrum der Forderungen stand erneut gleicher Lohn bei gleicher Arbeit sowie eine Rentenform, die auch Frauen ein Altern in Würde erlaube. Es brauche den Druck der Strasse für Fortschritte, hiess es. «Wir wollen ein Gleichstellungsgesetz, das beisst», sagte Daniela Karst vom feministischen Streikkollektiv Bern.

Auch in Basel haben am Abend viele Menschen an der Demo teilgenommen. Gemäss Polizeiangaben waren es rund 9000 Personen. Die Kundgebung verlief «friedlich und ohne relevante polizeiliche Vorkommnisse», wie die Kantonspolizei weiter auf Twitter schrieb.

Ein bisschen anders war es in Zürich: Am Mittag brachte der feministische Streik auch den Paradeplatz kurz zum Erliegen. Nach Angaben der Polizei waren bis zu 300 Personen an der Besetzung beteiligt. Die Stadtpolizei setzte der Blockade ein Ende, weil der Tramverkehr dadurch gestört wurde. (cbe/sda)