So schlägt das Herz des neuen Riesen

Ringier Medien Schweiz - Das fusionierte Medienunternehmen hat den bisherigen Blick-Newsroom zur titelübergreifenden Schaltzentrale ausgebaut. Hier soll aber kein Einheitsbrei entstehen. «Die DNA der einzelnen Titel muss stark bleiben», sagt Digitalchef Sandro Inguscio.

von Nick Lüthi

Wer durch die Trennscheibe in den Newsroom schaut, sieht nichts Ungewöhnliches: drei parallele Pultreihen, an deren Kopfseite eine quergestellte Arbeitsfläche, auf der Gegenseite die branchenübliche Monitorwand mit Echtzeitstatistiken. Rund 30 Personen sitzen vor mindestens doppelt so vielen Monitoren. Seit drei Wochen arbeiten sie hier. Ihr Geschäft ist das Tempo.

Für die Ressorts News, Sport, Wirtschaft und People filtert der sogenannte Superdesk die Nachrichtenlage. Von hier aus werden Breaking-News lanciert, Push-Meldungen verschickt, Storys aufgebaut. Der Desk liefert dann auch die erste Vertiefung der aktuellen Berichterstattung – in erster Linie für Blick.ch. Aber auch auf den Websites von Magazinen und Fachtiteln wie Handelszeitung, Bilanz oder Schweizer Illustrierte platziert der Desk mittlerweile Artikel. Das entlastet die Redaktionen, die sich um Hintergründiges kümmern können.

«Wir werden keine One-Newsroom-Strategie fahren», benennt Sandro Inguscio die Grenzen der Redaktionsintegration. «Die DNA der einzelnen Titel muss stark bleiben», sagt Inguscio. «Wenn wir alle Titel komplett aus einer Zentrale steuern würden, dann verlieren sie ihre DNA.» Als Chief Digital & Distribution Officer leitet er zusammen mit Steffi Buchli den Blick seit letztem September (persoenlich.com berichtete). In gleicher Funktion ist er seit dem Zusammenschluss der Blick-Gruppe und Ringier Axel Springer Schweiz auch Mitglied der Geschäftsleitung von Ringier Medien Schweiz (RMS).