Der Berner Universalgelehrte Albrecht von Haller (1708-77) hat als Dichter, Arzt und Botaniker mit über 1200 Personen einen regen Briefverkehr gepflegt. In Hallers Nachlass finden sich denn auch rund 17'000 Briefe - eigentliche "Ferngespräche mit Zeitgenossen". Die Sonderausstellung im Museum für Kommunikation in Bern vergleicht Haller mit heutigen "Networkern". Er habe vor 250 Jahren gepflegt, was heute zu einem Massenphänomen geworden sei, wie es im Programm zur Ausstellung heisst: "Ein Leben im Netz". Haller habe in gewisser Weise vorweg genommen, was heute "Netjunkies" praktizierten: ein virtuoser Umgang im Netz gekoppelt mit gewissen Defiziten, sich in der realen Welt zurecht zu finden. Die Ausstellung wirft ein neues Lichts auf die vielfältige Arbeiten eines grossen Kommunikators und auf einen überraschend modernen Menschen des 18. Jahrhunders.