Sparpläne in Höhe von 34 Millionen Franken

Tamedia - Chefs sind nicht zufrieden mit 152 Millionen Gewinn.

Der Zürcher Medienkonzern Tamedia will bei seinen Zeitungstiteln in der Schweiz offenbar 34 Millionen Franken einsparen. 18 Millionen davon fallen auf die Westschweizer Zeitungen "Le Matin", "24 Heures" und "Tribune de Genève". Deren Chefredaktoren wollen nun das Gespräch mit der Konzernführung suchen. Eine entsprechende Meldung des Westschweizer Radios RTS bestätigte am Dienstag Pierre Veya, der Chefredaktor der Tageszeitung "Le Temps", die ebenfalls eine Tochterfirma von Tamedia ist. Allerdings teilt sich Tamedia hier mehr als 90 Prozent des Aktienkapitals mit dem Medienhaus Ringier.
 
"Le Temps" sei von den aktuellen Sparmassnahmen im Gegensatz zu "Le Matin", "24 Heures" und "Tribune de Genève" allerdings nicht betroffen, erklärte Veya gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Bei seiner Zeitung seien nämlich bereits im letzten Herbst Sparmassnahmen eingeleitet worden. Gerade vor fünf Tagen hatte Tamedia einen Jahresgewinn 2012 in Höhe von 152 Millionen Franken ausgewiesen. Die Konzernführung zeigte sich aber nicht zufrieden mit dem Ergebnis, da es im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent schlechter ausfiel (persoenlich.com berichtete).

In der Diskussion um die Berechtigung und die Höhe von Renditenzielen sagte Tamedia-CEO Christoph Tonini im Interview mit persoenlich.com, dass ohne diese Ertragskraft Tamedia in den letzten Jahren nicht hätte nach Bern, nach Lausanne, ins Tessin oder nach Dänemark expandieren können. "Bei Tamedia sind keine geldgierigen Verleger am Werk", so der CEO. Wenn man als Unternehmen in diesem Medienwandel erfolgreich sein wolle, brauche es die Fähigkeit, aus einer Position der Stärke Chancen wahrnehmen zu können. "Jobs.ch war beispielsweise eine sehr teure Transaktion. Wenn wir in der Vergangenheit nicht immer substantielle Gewinne geschrieben hätten und weiterhin solche in Aussicht hätten, wäre eine solche Investition unmöglich gewesen", so Tonini am letzten Donnerstag. (sda/eh)