Radio DRS und das Schweizer Fernsehen SF werden im Jahr 2010 organisatorisch fusioniert. Wichtige Aktivitäten werden zusammengelegt -- und die beiden SRG-Unternehmen erhalten neu einen gemeinsamen Direktor. Dies haben Recherchen der Zeitung "Sonntag" ergeben.
Heute gibt es mit Ingrid Deltenre (SF) und Walter Rüegg (DRS) eigene Direktoren. Doch beide Chefs stellen ihren Rücktritt in zwei Jahren in Aussicht -- ebenso wie SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Bernard Münch, SRG-Generaldirektor Armin Walpen und sein Stellvertreter Daniel Eckmann.
Bevor es zu diesem koordinierten Rücktritt im Multipack kommt, treiben die Chefs das "Konvergenzprojekt" voran. Radiodirektor Rüegg sagt: "Teile von IT, Rechnungswesen und HR können problemlos konzentriert werden." Vorbild ist die Region Tessin, wo bereits ein solches Projekt läuft. Ziel: Das Nutzen von Synergien.
Ein grosses Fragezeichen setzt Walter Rüegg gegenüber "Sonntag" beim Stichwort "räumliche Konzentration". "Wer das fordert, ist blind und taub für die politischen Empfindlichkeiten in diesem Land." Eine Konzentration der Radio- und Fernsehredaktion am Zürcher Leutschenbach würde laut Rüegg auf riesigen Widerstand stossen. "Ich habe das im Kleinen erlebt, als ich ansatzweise versuchte, die Radiostudios von Basel, Bern und Zürich zusammenzulegen."

