SRG will Kulturplattform erhalten

3sat - Der Schweizer Kulturbeitrag soll auch künftig über den deutschsprachigen TV-Sender sichtbar bleiben.

Bei einem Treffen der öffentlich-rechtlichen Sender in Berlin hat sich die SRG für die Stärkung des Kulturkanals 3sat eingesetzt. Der Sender erreicht täglich über fünf Millionen Zuschauer im deutschsprachigen Raum, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst.

Andreas Häuptli, Präsident SRG Deutschschweiz, betonte dabei die Bedeutung des Senders für die Schweizer Kulturszene: «Ein Wegfall oder eine Schwächung dieses Angebots würde die internationale Sichtbarkeit des Schweizerischen Kulturschaffens deutlich schmälern.» Besonders Museen, Theater und Konzerte profitierten von der 3sat-Berichterstattung. Bisher hielt sich die SRG bedeckt über den Sender 3sat (persoenlich.com berichtete).

Die ARD/ZDF-Massenkommunikations-Trends 2023 zeigen, dass lineares Fernsehen zwar weiterhin die meistgenutzte Form der Bewegtbildnutzung ist, jedoch bei jüngeren Zielgruppen rückläufige Zahlen verzeichnet. Als Reaktion darauf plant 3sat, seine Präsenz im non-linearen Bereich auszubauen.

Experten unterstrichen bei dem Treffen die Bedeutung des Senders: Der Medienwissenschaftler Martin Andree von der Universität zu Köln verwies auf die demokratische Bedeutung der Kulturvermittlung. Elena Kountidou von den Neuen Deutschen Medienmacher:innen thematisierte die Wichtigkeit erschwinglicher Kulturangebote.

Die Vertreter aller beteiligten Sender – neben der SRG auch ARD, ZDF und ORF – sprachen sich für eine Stärkung von 3sat aus. Der Kulturkanal soll als gemeinsames öffentlich-rechtliches Wissens- und Kulturangebot weiterentwickelt werden.

Der Bildungsforscher Kai Maaz betonte die Notwendigkeit vielfältiger Bildungsprogramme vor dem Hintergrund von künstlicher Intelligenz und Falschnachrichten. Der Kulturanthropologe Gunther Hirschfelder plädierte für eine zeitgemässe Modernisierung der Programmgestaltung. (pd/cbe)