04.03.2004

Swissinfo/SRI

SSM fordert Übergangskredit statt Entlassungen

26 von 140 Mitarbeitern müssen gehen.

Mit einem Übergangskredit von zwei Mio. Franken soll der Stellenabbau bei swissinfo/Schweizer Radio International sozialverträglicher gestaltet werden. Das fordert die Gewerkschaft SSM mit einer von 1165 SRG-Mitarbeitern unterzeichneten Petition. Mit dem Kredit von zwei Mio. Franken für zwei Jahre kann gemäss dem Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) eine Massenentlassung verhindert werden. In den nächsten zwei Jahren werde der Personalbestand bei swissinfo nämlich durch natürliche Abgänge reduziert, heisst es in einem Communiqué vom Donnerstag.

Im Dezember 2003 war bekannt geworden, dass swissinfo als Folge des Entlastungsprogramms eine Reihe von Vollzeitstellen streichen muss. Dies, weil der Beitrag des Bundes für das Auslandprogramm der SRG SSR idée suisse von heute 18 auf fünf Mio. Franken im Jahr 2005 gekürzt wird. Ab 2006 wird dieser Beitrag vollständig gestrichen. swissinfo plant, 26 seiner rund 140 Mitarbeiter zu entlassen, wie Direktor Nicolas Lombard auf Anfrage sagte. Unter grössten Anstrengungen habe man diese Zahl von ursprünglich 35 auf 26 senken können. Man befinde sich mitten in den Verhandlungen um einen Sozialplan. Diese sollen bis spätetens Ende März beendet sein.

Die Petition ist am Donnerstag um 14 Uhr der SRG-Generaldirektion übergeben worden, wie es beim SSM auf Anfrage hiess. Dass diese von 1165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SRG unterzeichnet worden sei, zeige den starken Geist der Solidarität in allen Teilen des Unternehmens, schreibt das SSM weiter.

'Zitrone ist ausgepresst'

Die Forderungen des SSM beurteilt swissinfo-Direktor Lombard als unrealistisch. "Die Zitrone ist ausgepresst", sagte er auf Anfrage. Auf Grund des Entlastungsprogramms investiere die SRG 2005 und 2006 bereits beträchtliche zusätzliche Gelder in swissinfo. Die SRG sei deshalb nicht bereit, weitere zwei Mio. Franken aufzuwerfen.

Für das Jahr 2005 belaufe sich das Gesamtbudget von swissinfo gemäss Finanzplan auf 28 Mio. Franken, sagte Lombard. Davon übernehme der Bund fünf Mio., womit der SRG fünf Mio. Franken zusätzliche Kosten erwüchsen. 2006 ziehe sich der Bund zurück, und der zusätzliche Aufwand der SRG steige damit auf zehn Mio. an. Wie die Vorschläge von swissinfo für die Sozialverhandlungen aussehen, wollte Lombard nicht sagen. Aufgrund der Forderungen des SSM sei es dazu zu früh. swissinfo strebe für die Betroffenen einen möglichst sauberen Sozialplan an.

1934 gegründet


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