23.05.2022

Digitale Transformation

SSM stellt Forderungen an die SRG

Das Schweizer Syndikat Medienschaffender lehnt eine digitale Transformation auf «Kosten des Personals und der Qualität des Service public» ab.
Digitale Transformation: SSM stellt Forderungen an die SRG
Wurde am SSM-Kongress kritisiert: die SRG. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

Der SSM-Kongress vom 20. Mai thematisierte die digitale Transformation der Medienbranche und den digitalen Wandel des Service Public. «Neben fehlender Strategie werden über alle Sprachregionen hinweg auch drohende Qualitäts- und Ressourcenverluste kritisiert», wie es in einer Mitteilung heisst. Mitarbeitende aller Sprachregionen der SRG würden kritisieren, dass die digitalen Projekte in der SRG «unkoordiniert voranschreiten und von einer unklaren nationalen Strategie geleitet» würden. «Diese wurde nur mit Alibi-Beteiligung der Mitarbeitenden ausgearbeitet», wie das SSM weiter schreibt.

Die Mitarbeitenden würden die Priorität hinterfragen, die den sozialen Medien eingeräumt werde. Welche Beiträge schliesslich bei der SRG publiziert würden, würde vermehrt von den «Bereichen Marketing und Distribution diktiert». Eine Umfrage des SSM in allen Regionen bestätige diese Wahrnehmung.

Der grosse Personalabbau und die frühzeitige Pensionierung von Mitarbeitenden hätten zu Qualitätsverlust geführt, wie es weiter heisst. Zusätzlich seien die fehlenden Ressourcen durch Externe ersetzt worden, was teilweise Mehrkosten zur Folge hatte. Das habe «Konsequenzen für die Arbeitsbedingungen und die Qualität des Service Public». 

«Die SRG bildet die Diversität der Schweizer Bevölkerung in ihren Programmen nicht ab», kritisierte das SSM weiter. Die nicht-kommerziellen-Radios würden durch ihren Einbezug von Minderheiten diese Diversität deutlich besser sicht- und hörbar machen.

Während Mitarbeitende von Sparmassnahmen betroffen seien, würden die variablen Lohnbestandteile des Kaders «vollumfänglich in den Lohn integriert». Dies führe zu anhaltendem und grossem Unmut bei den Mitarbeitenden der SRG.

Der SSM-Kongress fordert gemäss Mitteilung deshalb: «Echte Mitsprache» von Mitarbeitenden bei der digitalen Transformation; Förderung der Aus- und Weiterbildung statt Entlassungen; Aufhebung des Anstellungsstopps statt Auslagerung an Externe; Sicherung der Qualität der journalistischen Arbeit und Sendungen; gezielte Aufbereitung von bestehenden und neuen Inhalten für digitale Kanäle; Senkung der Löhne beim Spitzenkader als Beitrag zu den Sparrunden des Personals, dem Transformationsaufwand und zur Stärkung des Images der SRG; Integrierung des Kaders in den Gesamtarbeitsvertrag der SRG; Stopp der «willkürlichen variablen Prämien» der Mitarbeitenden und stattdessen die Wiedereinführung eines regulierten Lohnsystems. 

Das SSM werde im Nachgang an diese wichtige Diskussion eine vertiefte Analyse erstellen, wie es weiter heisst. Diese sei essenziell für die Vorbereitung für kommende Massnahmen. (pd/tim)

 



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