Die Belegschaft hat den Warnstreik am Dienstagmittag an einer Versammlung mit 105 zu 19 Stimmen bei 27 Enthaltungen beschlossen. Das Misstrauensvotum gegen die Geschäftsleitung fiel mit 124 zu 7 Stimmen bei 15 Enthaltungen aus. An den Abstimmungen beteiligten sich damit jeweils rund 150 Personen. Verschickt wurde die Mitteilung am frühen Abend von der Gewerkschaft Syndicom im Auftrag der Belegschaft. Syndicom und der Berufsverband Impressum tragen den Entscheid als tariffähige Organisationen mit und organisieren den Warnstreik gemeinsam mit den Beschäftigten.
Als Grund nennt die Belegschaft, dass es vonseiten der Geschäftsleitung und des Verlegers bisher kein Entgegenkommen gegeben habe. Sie hält an ihren fünf Forderungen fest. Dazu gehört die Rücknahme sämtlicher im Oktober ausgesprochenen Kündigungen (persoenlich.com berichtete). Weiter verlangt sie ein ordentliches Konsultationsverfahren, einen Kündigungsstopp für die kommenden zwei Jahre und noch in diesem Monat eine grosse Mitarbeiterversammlung mit TX-Verleger Pietro Supino. Für die Zukunft fordert die Belegschaft Verhandlungen über einen Firmen-GAV. Dieser soll ab fünf Entlassungen ein Konsultationsverfahren und ein Freiwilligenprogramm vorsehen.
Die Art und Weise der jüngsten Kündigungswelle habe die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit «schwer beschädigt», heisst es in der Mitteilung. Man sei aber weiterhin an einem Dialog mit Geschäftsleitung und Verleger interessiert. «Kündigungen und stetige Abbau-Runden sind keine Zukunftsvision für den Qualitätsjournalismus, zu dem sich Tamedia bekennt – und für den die Redaktion tagtäglich bürgt», schreibt die Belegschaft. (pd/cbe)


