Der Bund sucht nach Interessenten für vier freie Mittelwelle-Frequenzen. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) bevorzugt ein nationales Programm, zeigt sich aber auch gegenüber einem regionalen Radiosender offen. Wenn der Sender Beromünster Ende Jahr seinen Betrieb einstellt, wird nur noch eine von fünf Mittelwelle-Frequenzen genutzt. Auf dieser sende die SRG ihr Radioprogramm Option musique, teilte das Bakom am Dienstag mit. Daran ändere sich nichts.
Die Mittelwelle sei eine alte und kostspielige Technologie, sagte Alfons Birrer vom Bakom auf Anfrage. Im Gegensatz zur Ultrakurzwelle (UKW) gebe es aber noch freie Kapazitäten. Deshalb suche das Bakom in einer Bedürfnisabklärung bis Ende Oktober nach Interessenten für die freien Frequenzen.
Je nach Anzahl der Interessenten folgt im nächsten Jahr eine Ausschreibung für die Frequenzen. Wenn sich weniger Interessenten melden als Frequenzen zur Verfügung stehen, könnten sie auch direkt vergeben werden.
Anstelle der Mittelwelle werden Radioprogramme seit Mitte der 1970er Jahre vermehrt über UKW und seit einigen Jahren auch über das digitale Radio (DAB) verbreitet. Zuvor war die Mittelwelle die wichtigste Verbreitungstechnik für Radioprogramme gewesen. (sda)

