Der Verband der Kabel-TV-Unternehmen swisscable verteidigt das Monopol der Anbieter bei den Set-Top-Boxen. Im wachsenden Markt des digitalen Fernsehens hält der Branchenverband eine Regulierung für überflüssig und kontraproduktiv.
Er lehnt eine entsprechende Motion von Simonetta Sommaruga (SP/BE) ab. Die Ständerätin fordert, dass die freien TV-Programme auch im digitalen Kabelfernsehen unverschlüsselt ausgestrahlt werden müssen. Damit wären die Kunden nicht mehr gezwungen, die Set-Top-Box bei einem bestimmten Anbieter zu beziehen.
Vorgegebene Set-Top-Boxen - Empfängergeräte für das digitale Fernsehen - mit einer Grundverschlüsselung müssten auch weiterhin möglich sein, hielt swisscable am Montag in Bern vor den Medien fest. Nur so könne das digitale Fernsehen weiterentwickelt werden, denn es gebe noch keinen Standard der sicher sei und Interaktivität zulasse.
Die Motion richte sich gegen ein Geschäftsmodell, das Kabel-TV-Unternehmen wie etwa Cablecom, aber auch die Swisscom mit Bluewin-TV anwende, heisst es weiter. Die bekämpften Modelle brächten den Kunden aber auch Vorteile. Ausserdem müssten auch weiterhin verschiedene Geschäftsmodelle möglich sein.
Für die Motion der Konsumentenschützerin Sommaruga setzten sich in der letzten Woche der TV-Fachhandel und -Importeure sowie Gewerbekreise ein. Digitale Programme seien von modernen Fernsehgeräten bereits ohne Zusatzgerät empfangbar -- die Set-Top-Box also überflüssig. (sda)

