07.09.2008

SF

"Tag und Nacht" mit gutem Start

Kritik von Herzchirurg Thierry Carrel .

Am Freitag feierte die neue SF-Soap "Tag und Nacht" ihre Premiere. Beim Publikum stiess die neue Serie auf grosses Interesse. Knapp eine halbe Million Zuschauer (31 Prozent Marktanteil) wollten den Auftakt miterleben, liess SF verlauten. Der Sender zeigt sich mit dem Start zufrieden. Das Vorgängerformat "Leben live", das zuvor den gleichen Sendeplatz einnahm, kam im Scnitt nur auf halb so viele Zuschauer.

Weniger erfreulich fällt das Fazit bei Herzchirurg Thierry Carrel in der Zeitung "Sonntag" aus. Der Leiter der Herz- und Gefässklinik des Berner Inselspitals kritisiert die neue TV-Serie "Tag und Nacht": "Ich bin enttäuscht. Die beste Figur ist schon tot. Der Leiter der Permanence Walter Sternheim (Helmut Förnbacher) ist für mich die glaubwürdigste Figur der ersten Episode."

Carrel kritisiert vor allem die Reanimations-Szene: "Ich hoffe nicht, dass meine Mitarbeiter mich in einer solchen Situation so schlecht reanimieren würden. Kein Patient würde eine solche amateurhafte Reanimation überleben. Kommt es zu einem Herzstillstand, muss unverzüglich mit einer Herzmassage begonnen werden. Und dabei müsste die Beatmung nicht vergessen gehen: da nützt die Sauerstoffmaske allein gar nichts. Und die Adrenalinspritze -- direkt ins Herz -- dient höchstens der Dramaturgie."

Lob gibts für Psychiater André Kudelski (Andreas Matti): "Er meistert seine Rolle hervorragend. Die Szene, als sich die Praktikantin bei ihm vorstellt, ist herrlich. Hoffentlich stirbt er nicht auch noch frühzeitig." Das Fazit des Herzchirurgen: "Insgesamt empfand ich die erste Episode als sanfte Unterhaltung. Dramatisch wurde es kaum."

Sabina Schneebeli als Dr. Meret Frei im Gespräch mit Leonardo Nigro (Foto: SF/Oscar Alessio).


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