26.09.2007

"Tamedia hat ihr Versprechen gehalten"

Martin Wagner, neuer Besitzer von Radio Basilisk, ist vom kommerziellen Potenzial des Basler Senders überzeugt. "Die Tamedia ist bekannt als Ertragskünstlerin. Entsprechend ist der Sender aufgebaut", sagt der Medienunternehmer, der Basilisk nach eigenen Angaben "zu einem fairen Preis" erworben hat. Was Wagner mit der Radiostation vor hat und weshalb er Roger Köppel im Verwaltungsrat dabei haben wollte, erklärt er im Interview mit "persoenlich.com".
"Tamedia hat ihr Versprechen gehalten"

Herr Wagner, was macht Radio Basilisk für Sie interessant?

Ich bin klar der Meinung, dass die Zukunft in den elektronischen Medien liegt. Die Printmedien dagegen sind unter Druck. Im Lesermarkt heisst es, dass Informationen heute gratis sein müssen. Das halte ich für gefährlich. Entscheidend aber ist: Ich selber bin Baumeister der gemeinsamen Vermarktungsorganisation Radio Vision. Das Visionäre an der Struktur ist, dass wir uns im Raum Basel nicht länger bekämpfen, Sondern die Sender Basel 1, Basilisk und Radio Regenbogen gemeinsam vermarkten. Zugleich sind wir im Swiss Radio Pool. Dann ist mit der Übernahme der Espace Group durch die Tamedia die Möglichkeit gekommen, Basilisk zu kaufen…

…und sie haben die Gunst der Stunde gepackt -- aus rein kommerziellen Beweggründen?

Konkrete Zahlen kann ich nicht nennen. Nur soviel: Radio Basilisk läuft hervorragend. Die Tamedia ist bekannt als Ertragskünstlerin. Entsprechend ist der Sender aufgebaut. Ich bin sehr positiv gestimmt, was die Ertragsstrukturen -- gerade auch wegen der gemeinsamen Vermarktung -- betrifft. Zudem hat das Team von Programmleiter Raphael Suter hervorragende Arbeit geleistet.

Inwiefern hat auch die regionale Verankerung Ausschlag für den Kaufentscheid gegeben?

"Media Business is a People's Business." Tamedia erklärte von Anfang an, dass sie eine "Basler" Lösung favorisiere, sofern diese innerhalb der bestehenden Vermarktungsstrukturen funktioniere. Darin schloss sie auch ein, dass Basilisk im Swiss Radio Pool bleibt. Der Kaufpreis sei dabei nicht allein entscheidend. Tatsächlich konnte ich Radio Basilisk für einen fairen Preis erwerben. Tamedia hat also ihr Versprechen gehalten.

Was ändert sich nun konkret für Radio Basilisk?

Das Team hat mein uneingeschränktes Vertrauen. Es wird deshalb keine personellen Änderungen geben. Die Verwaltungsräte sollen eine unterstützende Rolle spielen, aber keine Eingriffe ins Tagesgeschäft vornehmen.

Auch nicht Roger Köppel?

Nein sicher nicht. Es gibt eine strikte Trennung zwischen der operativen Leitung und der obersten Verwaltung. Eingriffe würde auch die Aufsichtsbehörde nicht goutieren.

Welche Richtung wollen Sie dem Sender vorgeben?

Ich bin auch in anderen Medienunternehmen im Verwaltungsrat. Ich bin stets konstruktiv eingestellt und plädiere klar für flache Hierarchien. Meine Person verstehe ich daher als Sparring-Partner der Leute. Wir werden mit Sicherheit vieles gemeinsam diskutieren. Das ist im übrigen auch der Wunsch des Teams.

Warum holen Sie mit Roger Köppel eine so polarisierende Figur in den Verwaltungsrat?

Roger Köppel und seine Weltwoche ist eine sehr profilierte und unabhängige Stimme, der die medienethischen Belange sehr ernst nimmt. Er beleuchtet viele Sachfragen aus einem anderen Blickwinkel und hebt sich vom Mainstream ab. Und letzten Endes verfügt Köppel über eine grosse publizistische Erfahrung. Sein Netzwerk, das die verschiedenen wichtigen Schaltzentralen in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Kultur reichen, ist entscheidend.

Bereits wird die Befürchtung geäussert, auch Radio-Basilisk könnte bald auf einen SVP-Kurs eingeschworen werden.

Ich sehe Roger Köppel überhaupt nicht in jener Ecke, in die man ihn völlig zu Unrecht hinstellt. Nur weil die Weltwoche gewisse Strukturen anprangert, ist man noch nicht auf SVP-Kurs. Ich kann diese Kritik überhaupt nicht nachvollziehen.

(Interview: David Vonplon)


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