Der Presserat hat eine Beschwerde der Waldwirtschaft Schweiz gegen die Wirtschaftszeitschrift Bilanz gutgeheissen. Die Bilanz habe die Differenzierung unterlassen und damit Informationen entstellt. Der Waldwirtschaftsverband führte Beschwerde gegen den Artikel "Verborgene Schätze" vom 30. August 2006, wie der Presserat am Dienstag mitteilte.
Darin zitierte die Zeitschrift Kritik des SVP-Nationalrats Hermann Weyeneth (BE) an der Forstbranche. Die konservative Holzwirtschaft und ihre Verbände würden den Aufbau einer Grosssägerei in Luterbach SO behindern, für den sich Weyenth stark gemacht hatte. Um das zu stützen, zitierte Bilanz Hansruedi Streiff vom Verband Holzindustrie Schweiz mit Grossägerei-kritischen Äusserungen. Weiter schreibt sie, dass Weyeneth überzeugt sei, Streiff und seine Verbündeten vom Dachverband Waldwirtschaft würden die Grosssägerei verhindern wollen.
Äusserungen unzulässig subsumiert
Dagegen beschwerte sich der Verband. Waldwirtschafts-Direktor Urs Amstutz habe sich gegenüber den Autoren am Telefon weit vorsichtiger geäussert. Zudem habe sich Waldwirtschaft Schweiz an einem Medienanlass vom Juli 2006 - vor dem Erscheinen des Artikels -- unmissverständlich zugungsten der Grosssägerei ausgesprochen. Im weiteren liege der Verband wegen des Projekts im Dauerclinch mit dem Verband Holzindustrie.
Der Artikel sei darum rufschädigend und tatsachenwidrig. Der Presserat stützt diese Ansicht. Der Autor hätte die Äusserungen von Amstutz nicht stillschweigend unter jene von Streiff subsumieren dürfen. Das sei eine unterlassene Differenzierung und entstelle Informationen.

