21.09.2007

Michael Ringier

"Thomas Landolt führte wie ein General"

FAM ohne Einflussung auf Entlassung des Ringier-Kaders.

Eigentlich ist es ihm zu blöd, über Frank. A. Meyer zu reden, seinen umstrittensten Mitarbeiter. Im Interview mit Das Magazin macht Verleger Michael Ringier dann aber doch eine Ausnahme. Dass er immer auf seinen Chefberater, Chefpublizist und weiteres Mitglied des Topmanagements angesprochen wird, ärgert den 58-Jährigen nicht. "Mit tut einzig Frank. A. Meyer leid dafür, was ihm immer wieder angedichtet wird."

Als "Chabis" bezeichnet Ringier die Unterstellung, wonach Meyer mitverantwortlich dafür sei, dass hoffnungsvolle Mitarbeiter rausgekippt werden -- wie kürzlich Ringier Schweiz-Chef Thomas Landolt. Grund für die Entlassung sei ein anderer gewesen: "Es ging nicht mehr mit Thomas Landolt, weil er sich von Rumänien her gewohnt war, eine Firma wie ein General zu führen." FAM habe mit diesem Entscheid nicht das Geringste zu tun.

Dass Meyer unter den journalistischen Kadern im Haus polarisiert, tut Ringier als Märchen ab: "Unsere Chefredaktoren haben mit Frank A. Meyer einen total lockeren Umgang, sind völlig unabhängig und diskutieren gern mit ihm. Er ist extrem anregend." Keiner liesse sich von Meyer auch nur einziges Wort in die Feder diskutieren.

Sich von FAM zu trennen, hat sich Ringier nach eigenen Angaben übrigens nie überlegt. Auch nicht nach dem Fall Borer. Im Rückblick erachtet es Ringier gar als "extrem fruchtbar", dass Meyer ins Berliner Exil geschickt wurde: "Es hat uns zu einigen neuen Projekten verholfen."


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