Über 170 Zuschriften nach Fischer-Enthüllung

SRF - Nach der Freistellung des Eishockey-Natitrainers sieht sich auch der Sender mit heftigen Reaktionen konfrontiert. Schutzmassnahmen für den verantwortlichen Redaktor sind laut SRF aber nicht nötig.

von Christian Beck

Die Recherche von SRF-Redaktor Pascal Schmitz zur Urkundenfälschung von Natitrainer Patrick Fischer hat hohe Wellen geschlagen – auch im Postfach des Senders. Wie SRF auf Anfrage mitteilt, gingen nach der ersten Berichterstattung rund 50 Zuschriften ein. Nach der Freistellung Fischers durch den Eishockeyverband am Mittwoch folgten weitere rund 120 (Stand Donnerstagmittag). Die Rückmeldungen entsprächen «weitgehend den Reaktionen auf Social Media», so eine SRF-Sprecherin.

Insbesondere in Kreisen von Corona-Massnahmenkritikern ist der Zorn gross. Auf sozialen Medien wurde Schmitz teils heftig beschimpft und bedroht. Besondere Schutzmassnahmen für den Redaktor seien derzeit aber nicht ergriffen worden, teilt der Sender mit. Bedrohungen würden an die interne Abteilung Sicherheit weitergeleitet und dort beurteilt. Ob Anzeigen erstattet werden, lässt SRF offen: «Darüber hinaus macht SRF keine weiteren Angaben.»

Fischer war 2023 per Strafbefehl wegen Urkundenfälschung verurteilt worden – er war mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele 2022 in Peking gereist. Ins Rollen kam die Affäre, weil Fischer bei Dreharbeiten zu einem SRF-Porträt ungefragt von der Fälschung erzählte. Der Sender recherchierte daraufhin und konfrontierte ihn am Montag mit den Ergebnissen – Fischer ging noch am selben Abend selbst an die Öffentlichkeit. Am Mittwoch stellte der Verband den langjährigen Nationaltrainer per sofort frei (persoenlich.com berichtete).