Das Verlagshaus Axel Springer hat seine Übernahmepläne für die Senderkette ProsiebenSat.1 noch nicht beerdigt. Im Gegenteil: Das Unternehmen ist weiter an einem Erwerb interessiert. "ProSiebenSat.1 ist für uns nach wie vor ein höchst attraktives Unternehmen, die strategische Logik einer Übernahme durch Axel Springer wäre nach wie vor gegeben", schreibt Springer in einer Mitteilung.
Falls das Oberlandgericht Düsseldorf zu einem positiven Entscheid kommen sollte, schliesst das Medienhaus nicht aus, einen zweiten Versuch zur Übernahme zu starten. Voraussetzung sei aber, dass die Sendergruppe zum Verkauf stehe und der Kaufpreis stimme, wie eine Unternehmenssprecherin gegenüber deutschen Pressetiteln bekannt gab.
Am Dienstag hatte der Bundesgerichtshof befunden, dass es ein berechtigtes Interesse an der Klärung der Frage gebe, ob Axel Springer in Zukunft Beteiligungen an TV-Unternehmen erwerben darf. Es stiess das Urteil des Oberlandgerichts Düsseldorf um, das voriges Jahr eine Überprüfung der Entscheidung abgelehnt hatte und wies das Verfahren zurück an das Oberlandgericht.
Das zweitgrösste deutsche Medienunternehmen Deutschlands hatte 2005 versucht, die damals noch auf Deutschland beschränkte Senderkette ProsiebenSat.1 zu übernehmen. Dieses Vorhaben scheiterte jedoch an Bedenken der Kartellbehörden. In der Folge übernahm Springer im Juli dieses Jahres die Senderkette SBS Broadcasting.

