UKW-Abschalttermin hängt von Einigkeit der Branche ab

Umstellung auf DAB+ - Roger Schawinski will seinen Sender Radio 1 möglicherweise auf UKW weiterlaufen lassen. Das gefährde die von der SRG forcierte Umstellung auf das moderne DAB+-Format, schreibt die «Sonntagszeitung».

Möglicherweise ist Roger Schawinskis Radio1 in einigen Jahren der einzige Schweizer Sender, den man noch mit UKW-Radios empfangen kann. Denn die SRG und die anderen Privatradios sollen auf einen noch genau festzulegenden Termin hin ihre UKW-Sender abschalten und künftig nur im modernen DAB+-Format senden (persoenlich.com berichtete). Doch Schawinski – ein fundamentaler Gegner der UKW-Abschaltung – antwortet auf die Frage der «Sonntagszeitung», ob er sich an den offiziellen Abschalttermin halten wird: «Das werde ich später entscheiden». Der Radiopionier hatte bereits früher die DAB+-Umstellung kritisiert (https://www.persoenlich.com/blog/dab). Das Weiterlaufen lassen wäre laut SoZ eine Provokation in der Radiobranche und für die SRG ein Problem. Wenn ein grösserer Privatsender beim Abschalttermin nicht mitmache, könne sich die SRG kaum erlauben, ihre UKW-Sender abzustellen.

Für die SRG kommt eine Vorverlegung der Abschaltung nur in Frage, wenn es eine Branchenlösung gibt. Einen Alleingang der SRG wird es nicht geben, wie SRG-Sprecher Edi Estermann in einem anderen Artikel über UKW vor einer Woche in der SoZ sagte (persoenlich.com berichtete). Laut Estermann ist die SRG jedoch «offen» für eine vorzeitige Lösung.

Laut SoZ liegt ein wichtiger Grund für eine gemeinsame Lösung in der Gefahr, dass die SRG dann Hunderttausende UKW-Hörer an jenes Privatradio verliert, das sich weiterhin mit UKW-Radios empfangen lässt. Dabei sei eine möglichst frühzeitige Abschaltung von UKW für die SRG wichtig. Denn sie betreibe derzeit mit den alten UKW-Sendern und dem neuen DAB+ parallel zwei teure Sendesysteme. Die Doppelspurigkeit koste die SRG jährlich mindestens 15 Millionen Franken. Bis heute hören 56 Prozent der Schweizer zumindest teilweise Radio über UKW. (pd/eh)