Der Gratisanzeiger Uster Nachrichten erscheint am Donnerstag, 31. Mai 2007 zum letzten Mal. Dies hat der Verwaltungsrat der Uster Nachrichten AG beschlossen. Als Folge der Einstellung des Gratisanzeigers werden 3.2 Stellen abgebaut. Für die betroffenen Mitarbeitenden werde nach anderen Arbeitsstellen innerhalb von Tamedia gesucht. Der 1980 gegründete Anzeiger, der seit 2005 zu Tamedia gehört, erschien zuletzt mit einer Auflage von 64'000 Exemplaren in den Gemeinden der drei Zürcher Oberländer Bezirke Uster, Hinwil und Pfäffikon.
Grund für die Einstellung ist laut Mitteilung die unbefriedigende Ertragslage des Gratisanzeigers, welcher 2006 erneut einen Rückgang der Werbeeinnahmen verzeichnen musste und weitere Marktanteile an neue Wettbewerber verlor. Zusätzlich verschlechtert habe die wirtschaftliche Perspektive der Uster Nachrichten die anhaltende Verlagerung der für Gratisanzeiger entscheidenden Rubrikeninserate ins Online-Geschäft. Der Verwaltungsrat der Uster Nachrichten AG sah sich deshalb gezwungen, den Gratisanzeiger einzustellen.
Sind die Uster Nachrichten das erste Opfer der Regionalisierungsstrategie des Tages-Anzeigers? "Nein, wir haben uns nicht kannibalisiert", erklärt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage von "persoenlich.com". In den letzten zwei Jahren -- also auch bereits vor der Lancierung der Grossauflage des Tages-Anzeigers -- hätten die Uster Nachrichten Verluste geschrieben. "Der Anzeigenmarkt im gesamten Kanton Zürich hat sich in den letzten Monaten und Jahren negativ entwickelt und auch die Uster Nachrichten waren von dieser Entwicklung leider stark betroffen", so Zimmer.
Tamedia hat nicht versucht die Uster Nachrichten zu verkaufen. Zimmer: "Der Verkauf eines Anzeigers macht meist keinen Sinn, weil keine Abonnentenstämme verkauft werden können und jeder Wettbewerber jederzeit einen neuen Anzeiger lancieren kann." Bei der Wochenzeitung Vorstadt, deren Verkauf ebenfalls heute Mittwoch bekannt gegeben wurde, hat man mit der Echo-Verlags AG jedoch einen Käufer gefunden. "Die Ausgangslage bei der Vorstadt war insbesondere deshalb eine spezielle, weil wir der Vorstadt über das Tagblatt der Stadt Zürich sehr attraktive Konditionen in der Distribution anbieten können", erklärt Zimmer. Dies sei bei den Uster Nachrichten nicht der Fall.
Wäre denn die regionale Konkurrenz an Verkaufsgesprächen überhaupt interessiert gewesen? "Wir hätten uns wahrscheinlich aus rein informativen Gründen für ein Kaufgespräch interessiert", erklärt Peter Edelmann, Direktor der Zürcher Oberland Medien AG, auf Anfrage von "persoenlich.com". "Nachdem wir bereits im Jahr 2001 ein Kaufangebot der Huber + Co. AG abgelehnt haben, wäre jedoch aller Voraussicht nach für uns auch diesmal eine Übernahme nicht in Frage gekommen." (sw)

